Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Schlafwandeln auf der genetischen Spur

24.04.2002


Erbanlagen sorgen für nächtliche Rundgänge bei Erwachsenen

Nach Erkenntnissen von Schweizer Neurologen kann Schlafwandeln auf einer genetischen Veranlagung beruhen. Regelmäßiges Schlafwandeln ist demnach teilweise durch die Erbanlagen begründbar. Auf dem Jahrestreffen der American Academy of Neurology in Denver, Colorado, haben die Forscher der Universität Zürich ein beteiligtes Gen vorgestellt.

Das relevante Gen gehört zur Familie jener Gene, die so genannte HLA-Proteine produzieren (HLA steht für Human Leukocyte Antigen). Diese Proteine sind in die Steuerung des Immunsystems eingebunden. Das für Schlafwandeln hauptverantwortliche Gen bestimmt laut Angaben der Forscher die Immun-Kompabilität und legt z.B. fest, ob ein Transplantat verträglich ist oder abgestoßen wird. Die Hälfte der 74 untersuchten erwachsenen Schlafwandler war Träger dieses Gens. Im Vergleich dazu wiesen nur 24 Prozent der gesunden Kontrollgruppe diese genetische Besonderheit auf, so der Studienleiter Claudio Bassetti von der Universität Zürich. "Obwohl bei erwachsenen Schlafwandlern das Gen häufiger auftrat, heißt das nicht, dass das Gen für die Bedingung verantwortlich ist", so Antonio Ambrogetti vom Newcastle Sleep Disorders Centre.

Bei 58 Prozent der Patienten stellten die Forscher fest, dass sie bereits seit ihrer Kindheit schlafwandelten. "Auch bei Zwillingsstudien zeigte sich, dass eineiige Zwillinge häufiger als zweieiige Zwillinge schlafwandeln", so Ambrogetti. Damit ist seit längerer Zeit bewiesen, dass es bei kindlichem Schlafwandeln eine familiäre Beziehung gibt. Das Team um Bassetti vermutet, dass das Schlafwandeln im Erwachsenenalter mit anderen Schlafstörungen in Zusammenhang steht. Bassetti nennt eine Störung in der REM-Schlafphase. "Gewöhnlich verläuft der REM-Schlaf ruhig. Bei einer Störung allerdings tritt während dieser Phase eine erhöhte Muskelaktivität auf", erklärte Bassetti. Beide Bedingungen, Schlafwandeln und Schlafstörung, seien aber verschiedenen Ursprungs. Schlafwandeln wird vom Zustand der Übermüdung negativ beeinflusst, weiß Ambrogetti, der von der Behandlung mit Stimulantien abrät.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.aan.com
http://www.unizh.ch

Weitere Berichte zu: Gen Schlafstörung Schlafwandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften