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Beeren machen Gefäße fit

23.04.2002


Studie: Rote Beerenfrüchte fördern Entspannung der Arterien

Inhaltsstoffe dreier roter Beerenarten haben eine positive Wirkung auf das Gefäßsystem. Rote Beerenfrüchte wie Holunder-, Apfel- und Heidelbeeren sind bereits seit Jahrhunderten von europäischen und nordamerikanischen Naturvölkern medizinisch in Verwendung. Studien der Indiana University School of Medicine haben nun die Wirkung ihrer Inhaltsstoffe, Flavonoide, Polyphenole und Anthocyane, zusätzliche belegt. Die Ergebnisse wurden auf dem Jahrestreffen der American Physiological Society im Rahmen der Experimental Biology Conference in New Orleans (20. bis 24. April) präsentiert.

Besonders den Anthocyanen, die für die rote und blaue Färbung der Früchte zuständig sind, wird eine positive Wirkung auf die menschliche Gesundheit zugesprochen. Studien haben bereits belegt, dass der Pflanzeninhaltsstoff antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Auch in der Tumorforschung wird die Wirkung der Anthocyane nicht mehr bestritten.

David R. Bell und Kristin Gochenaur von der Indiana University belegten anhand von vier Studien an Herkranzgefäßen von Schweinen, dass die Inhaltsstoffe der Heidel- und Apfelbeere die Herzkranzgefäße entspannen. Die stärkste, aber dosisabhängige Wirkung besitzt die Apfelbeere. Die Holunderbeere spielte in Bezug auf die Entspannung der Gefäße keine Rolle. Die Wirkung führen die Forscher auf die Stimulation des so genannten Stickstoff-Monoxid (NO)-Systems zurück. Das System spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit aller Arterien im Körper. NO wird von endothelialen Zellen, die die Innenwand der Gefäße auskleiden, produziert, und bewirkt eine Entspannung der glatten Muskulatur der Arterien. Bei einem Versagen des NO-Systems ziehen sich die Arterien zusammen. Die Folge ist ein hoher Blutdruck, der gefährlich ansteigen kann. Da die Herz-Kreislauf-Systeme von Mensch und Schwein beinahe identisch sind, lassen sich die Ergebnisse laut Forschern auf den Menschen übertragen.

Weiters zeigten die Ergebnisse, dass eine physiologische Konzentration des Apfelbeeren-Extrakts einen umfassenden oxidativen Schutz gegen so genannte Sauerstoff-Radikale darstellt. Extrakte von Heidel- und Holunderbeeren boten einen teilweisen Schutz vor den Radikalen.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.indiana.edu

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