Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiterer Fortschritt in der Behandlung der Parkinson Krankheit

17.04.2002


Auf dem 54. Kongress der American Academy of Neurology (AAN) in Denver, USA, wurden am 16.April 2002, die Ergebnisse einer Studie mit dem Parkinson-Wirkstoffpflaster Rotigotine CDS bei Patienten im Frühstadium der Parkinson-Krankheit vorgestellt. Rotigotine CDS setzt einen neu entwickelten Dopaminagonisten transdermal über 24 Stunden frei. Das Parkinson-Wirkstoffpflaster wurde von SCHWARZ PHARMA entwickelt, um die Hypothese zu beweisen, dass die kontinuierliche Feisetzung eines Dopaminagonisten sich günstig auf Patienten im frühen und späten Stadium der Parkinson-Krankheit auswirkt.
 
Die Studie an 316 Patienten wurde randomisiert, plazebo-kontrolliert und mit verschiedenen Dosierungen durchgeführt. Die Patienten, die mit Rotigotine CDS behandelt worden waren, zeigten eine Verbesserung der Symptome und der Fähigkeit, Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen. Dies wurde mit Hilfe der sogennannten Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS), Teile II und III, nachgewiesen. Weiterhin zeigte die Studie, dass Rotigotine CDS gut von den Patienten vertragen wird.
 
SCHWARZ PHARMA hat nun klinische Phase III Studien mit diesem neuen selektiven nicht-ergot Dopaminagonisten begonnen. Dies kommt zu einer Zeit, in der die jüngsten Therapierichtlinien der AAN, die im letzten Jahr veröffentlicht wurden, die frühzeitige Behandlung des Parkinson mit Dopaminagonisten empfehlen. Zusätzlich mehren sich wissenschaftliche Hinweise, das eine kontinuierliche Stimulation der Dopaminrezeptoren einer stoßweisen Stimulation vorzuziehen ist.
 
Multi-zentrische, plazebo-kontrollierte und doppelblinde Phase III Studien mit Rotigotine CDS zur Behandlung früher und fortgeschrittener Stadien des Parkinson mit 1000 Patienten wurden im November 2001 begonnen.
 
Das Parkinson-Wirkstoffpflaster mit Rotigotine CDS ist ein einzigartiges Prinzip, dass die Vorteile der kontinuierlichen transdermalen (d.h. über die Haut) Freisetzung (Constant Delivery System, CDS) über 24 Stunden mit den Vorzügen eines neuen, nicht-ergot Agonisten und Dopamin D3 /D2 Rezeptoren verbindet.
 
Das Parkinson-Wirkstoffpflaster wird einmal am Tag auf die Haut aufgebracht und nach 24 Stunden durch ein neues Pflaster ersetzt. Dadurch wird wahrscheinlich auch die Compliance des Patienten verbessert.
 
Im Gegensatz zu Arzneimitteln, die geschluckt werden müssen, hat Rotigotine CDS die Möglichkeit, den Dopaminagonisten kontinuierlich über 24 Stunden freizusetzen. Davon versprechen sich Wissenschaftler weitere Vorteile für die Parkinsonpatienten.
 
Von der Parkinsonkrankheit sind zur Zeit etwa 4 Millionen Menschen weltweit betroffen. Die durchschnittliche Prävalenz beträgt 20/100.000 und steigt dramatisch auf 120/100.000 bei über 70jährigen an. Diese neurologische Krankheit schreitet unaufhörlich fort und führt zu einer Reihe von Ausfallerscheinungen und Störungen des Bewegungsablaufes wie z.B. Zittern, Muskelstarre, Sprachstörungen, Demenz, Inkontinenz. Gerade bei der immer älter werdenden Bevölkerung ist daher die Behandlung des Parkinson besonders bedeutsam.

| Bionity.com

Weitere Berichte zu: CDS Dopaminagonist Parkinson Parkinson-Wirkstoffpflaster

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik