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Hau(p)tsache Zink

16.04.2002


DIET: Ein Zinkmangel wird als Ursache von Hauterkrankungen häufig übersehen - Zink-Histidin hilft bei Hautproblemen

Eine ganze Reihe von Beschwerden, die mit der Haut in Zusammenhang stehen wie schuppige Hautentzündungen und verlangsamte Wundheilung, haben ihre Ursache in einem Mangel an dem lebensnotwendigen Spurenelement Zink, so Sven-David Müller, Sprecher des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen mit Sitz in der Reha-Klinik an der Rosenquelle heute. Bei entzündlichen Hautproblemen empfiehlt das DIET die Einnahme von 15 Milligramm Zink-Histidin täglich. Ein Zinkmangel besteht nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei über der Hälfte der Weltbevölkerung und auch die deutsche Bevölkerung ist davon betroffen, erklärt Sven-David Müller, Sprecher des DIET. Die Ursache für einen Mangel kann in einer einseitigen vegetarischen Ernährung liegen, da Zink in pflanzlichen Lebensmitteln in einer für den Körper nur schwer resorbierbaren Form vorliegt. Auch ein erhöhter Zinkbedarf, wie er in bestimmten Lebenslagen oder bei Krankheiten (zum Beispiel entzündliche Hauterkrankungen, fortgeschrittenes Alter, Schwangerschaft und Stillzeit) vorkommt, oder eine erhöhte Ausscheidung wie bei Diabetes oder Nierenerkrankungen, kann bei ungenügender Zufuhr zu einem Zinkmangel führen. Für den menschlichen Organismus ist Zink ein Schlüsselelement. Es ist in der Hauptfunktion ein struktureller, katalytischer oder regulatorischer Bestandteil von 300 Enzymen und in viele grundlegende biochemische Prozesse des Körpers eingebunden. Zink wirkt entzündungshemmend, gegen Viren und Allergien sowie abwehrstärkend. Daher lindert es entzündliche Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis. Ein Zinkmangel führt zu Dermatitis (1). Beim Vorliegen einer zinkmangelbedingten Hauterkrankung empfehlen Dermatologen 0,5 mg Zink pro Kilogramm Körpergewicht oder 15 bis 30 mg Zink als Substitut, so Müller.

Das lebensnotwendige Spurenelement Zink ist an der Synthese und Vernetzung des Bindegewebs-Kollagen und an Zellteilungsprozessen beteiligt, zudem hat es eine antientzündliche Wirkung. Ein Mangel zeigt sich dadurch unter anderem in verschiedenen Hautveränderungen, deren Ursache häufig nicht erkannt wird. Zu diesen Symptomen zählen unter anderem eine hartnäckige Akne, schuppige Hautentzündungen, verlangsamte Wundheilung sowie brüchige Haare und Nägel. Bei Menschen, die eine Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Psoriasis haben, äußert sich ein Zinkmangel in einer Verschlechterung der bisher bestehenden Symptomatik. Die Zinkversorgung muss vor allem bei denjenigen überwacht werden, die zu einer Risikogruppe gehören. Dazu zählen zum Beispiel Schwangere, Senioren, Sportler, Diabetiker, Allergiker sowie Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Auch entzündliche Hautprobleme in der Pubertät gehen durch Zink zurück, wenn ein Mangel besteht. Bei Zinkmangel können wichtige Enzyme nicht optimal funktionieren, was zu einer verminderten Bildung von RNA und DNA führt. Der Zinkmangel hemmt also Zellteilung und die Epithelisierung. Das ist besonders auffällig bei Zellen, die sich häufig teilen, wie beispielsweise bei Hautzellen oder im Rahmen der Wundheilung.

Die Experten des DIET empfehlen für gesunde Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 15 Milligramm Zink. Liegt eine Erkrankung vor, können höhere Dosen erforderlich sein. Besteht die Gefahr, dass diese Zufuhrempfehlungen nicht erreicht werden, ist eine Substitution mit speziellen Zink-Präparaten sinnvoll. In diesem Zusammenhang hat sich eine Kombination von Zink mit der Aminosäure Histidin bewährt, da die Resorptionsfähigkeit dieses Produktes im menschlichen Organismus um 30 bis 40 Prozent höher im Vergleich zum Zinksulfat ist (2), das alternativ in vielen Präparaten enthalten ist.

Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V. Kurbrunnenstraße 5 52066 Bad Aachen Tel: 0241 - 60 80 830 Fax: 0241 - 60 80 834 E-Mail: info@diet-aachen.de

(1) Zinc and the Skin, Arlette J.P., Pediatric Clinics North America, 1983, 30/3, 583-596

(2) Bioverfügbarkeit von Zink-Präparaten, Mittmann U., Journal Pharmakol. u. Ther., 2001, 5, 150

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Weitere Informationen:
http://www.diet-aachen.de

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