Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter fallen wie Menschen auf Illusionen rein

04.10.2007
Experiment liefert Rückschlüsse auf menschliches Sehen

Roboternetzwerke, die auf das korrekte Verarbeiten von visuellen Informationen trainiert wurden, sind gegen optische Täuschungen ebenso machtlos wie Menschen.

Das hat ein Experiment am University College London (UCL) nun zutage gefördert. Mithilfe der durchgeführten Tests wollten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse gewinnen, warum Illusionen das menschliche Gehirn austricksen können. "Aufgrund dessen, wie wir uns als visuelle Wesen in einer sehr komplexen Welt zurechtfinden, sind Illusionen einfach unvermeidbar", so die Schlussfolgerung des Projektleiters Beau Lotto im Gespräch mit pressetext.

Um die Frage zu ergründen, warum Menschen Illusionen sehen, setzten die Wissenschaftler ein Netzwerk von virtuellen Robotern mit elementaren neuronalen Fähigkeiten ein. Sie wurden im Labor darauf trainiert, die Oberflächen verschiedener 3D-Modelle bei unterschiedlichen Beleuchtungsszenarien richtig zu analysieren. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Testszenarien konnten die Roboter nach mehreren Testläufen das Dargestellte richtig interpretieren und auch zwischen den verschiedenen Oberflächen unterscheiden. Das "erlernte" Wissen schützte die Roboter aber nicht vor Fehlinterpretationen bei Illusionen, die etwa durch besondere Lichtverhältnisse erzeugt werden.

... mehr zu:
»Illusion »Roboter »Täuschung

Den Wissenschaftlern zufolge interpretiert das menschliche Gehirn visuelle Informationen analog dazu, wie es angesichts vergangener Interaktionen mit der Welt Sinn machen müsste. Dabei gehe es allerdings weniger um die individuelle Erfahrung des Einzelnen, sondern das im Zuge der menschlichen Evolution Erlernte. "Das Licht, das auf das Auge trifft, und die damit verbundene Information hat keine klare Bedeutung bzw. ist in jedem Fall mehrdeutig. Einen Sinn daraus konstruiert sich unser Gehirn erst durch die bisher gemachten Erfahrungen unserer Spezies", so die Theorie Lottos.

Seinem Ansatz zufolge lassen sich Illusionen durch statistische Wahrscheinlichkeiten erklären. Das hätten die Experimente an den Robotern gezeigt. "Wenn wir mit einer Illusion - etwa durch Lichteinstrahlungen oder bestimmte Umgebungen, in die das Objekt eingebettet ist - konfrontiert sind, sehen wir das Bild, das aufgrund der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen am wahrscheinlichsten ist." Da auch die Roboternetzwerke mit denselben Problemen bei der Interpretation von visuellen Informationen zu kämpfen hatten wie die Menschen, geht Lotto und sein Team davon aus, dass alle visuellen Wesen mit dem Phänomen von Illusionen konfrontiert sind.

Die Studienergebnisse des Experiments wurden in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournal PLoS Computational Biology http://compbiol.plosjournals.org veröffentlicht.

Interessante Beispiele von visuellen Täuschungen hat Projektleiter Lotto auf der Homepage http://www.lottolab.org/Illusions%20page.html zusammengestellt.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk

Weitere Berichte zu: Illusion Roboter Täuschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten