Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

292 600 Euro der VolkswagenStiftung für Interkulturalitätsforschung an der Universität Heidelberg

04.04.2002


Projekt am Historischen Seminar: "Das Fremde im Eigenen: Interkultureller Austausch und kollektive Identitäten in den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er und 1970er Jahre am Beispiel der USA und der Bundesrepublik Deutschland"

"Interkulturalität" ist - wie aktuell die Diskussionen um das Zuwanderungsgesetz deutlich machen - sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive als auch unter praktischen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten ein zentrales Thema. Die VolkswagenStiftung fördert seit geraumer Zeit Vorhaben, die sich mit entsprechenden Fragestellungen auseinander setzen. Jetzt unterstützt die Stiftung mit 292 600 Euro das Projekt "Das Fremde im Eigenen: Interkultureller Austausch und kollektive Identitäten in den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er und 1970er Jahre am Beispiel der USA und der Bundesrepublik Deutschland" am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.

Dort beschäftigt sich Professor Dr. Detlef Junker mit den amerikanischen und deutschen Protestbewegungen der 1960er Jahre. Diese Bewegungen erscheinen im Rückblick als soziokulturelle Variante eines bereits begonnenen Globalisierungsprozesses, auf dessen wirtschaftlichen, technologischen und politischen Vormarsch sie reagierten. Erforscht werden sollen die Transferprozesse von Ideen, Lebensstilen und kulturellen Praktiken zwischen den USA und der Bundesrepublik Deutschland für die 1960er und 1970er Jahre.

Das Vorhaben gliedert sich in mehrere Fallstudien. In dem ersten Teilprojekt soll die deutsche Diskussion um das amerikanische Engagement in Vietnam untersucht werden. Dabei geht es aber nicht um den militärischen Krieg der Amerikaner in Vietnam, sondern um den "semiotischen Krieg" der Deutschen um Vietnam als Chiffre bundesdeutscher Selbstverständigung - mithin um die Einverleibung des (fremden) amerikanischen Krieges in den (eigenen) deutschen Traditionszusammenhang zum Zwecke der Identitätsbildung.

In einer zweiten Fallstudie werden die Zwillingsorganisationen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes und der Students for a Democratic Society als Träger interkulturellen Austausches analysiert. Ein drittes Teilprojekt geht der Frage nach, inwieweit politische Utopien und Protestformen neue Konzepte von Öffentlichkeit und privater Lebenswelt hervorgebracht haben, und eine vierte Studie wird erstmals die Verflechtungen zwischen amerikanischer und deutscher Frauenbewegung systematisch aufarbeiten im Hinblick auf die Herausbildung eines feministischen Selbstverständnisses. Kooperationspartnerin auf US-amerikanischer Seite ist Professorin Belinda Davis von der Rutgers University, New Jersey.

Übergreifendes Ziel der VolkswagenStiftung in ihrer Förderungspolitik ist es, die Wissenschaft darin zu unterstützen, Prozesse der Identitätsbildung im interkulturellen Kontext zu untersuchen und damit auch zur Eröffnung neuer Perspektiven für politisch-gesellschaftliches Handeln beizutragen. Seit Beginn der 1990er Jahre hat die Stiftung knapp 30 Millionen Euro für rund 170 Projekte in den beiden aufeinander folgenden Förderschwerpunkten zum "Fremden und Eigenen" zur Verfügung gestellt.

Rückfragen bitte an:
Professor Dr. Detlef Junker
Universität Heidelberg
Tel. 06221 542477, Fax 542449 
Schurman-Bibliothek@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.schurman.uni-hd.de
http://www.historisches-seminar.uni-hd.de/

Weitere Berichte zu: Interkulturell Vietnam Volkswagenstiftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik