Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Güterzug im Kopf – Psychologen der KU untersuchen Einfluss von Zuglärm auf kognitive Leistungen

04.07.2007
Deutsch-französische Kooperation mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministerium

Lärm ist nicht nur lästig, sondern kann auch krank machen. Laut Umweltbundesamt sind in Deutschland rund 13 Millionen Bürgerinnen und Bürger privat und beruflich einem Geräuschpegel ausgesetzt, der Gesundheitsrisiken birgt, Schlafstörungen verursachen kann oder die Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz mindert. Eine Lärmquelle bildet der Güterverkehr auf der Schiene.

Dessen Auswirkungen auf kognitive Leistungen untersuchen Psychologen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) im Rahmen eines Verbundprojektes der Deutsch-Französischen Kooperation (deufrako), das über eine Laufzeit von drei Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird.

Einen Teilaspekt der Studie bildet auch die vergleichende Analyse von Schienen- und Straßenverkehrslärm. Neben der Professur für Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitspsychologie (Professor Jürgen Hellbrück) an der KU wirken an diesem Projekt das Institut für Arbeitsphysiologie der Universität Dortmund, das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin sowie die Deutsche Bahn AG mit.

Projektpartner auf französischer Seite sind das Centre nationale de la Recherche Scientifique (Strasbourg), die Université de Cergy Pontoise sowie die staatliche Bahngesellschaft SNCF.

In verschiedenen Unterprojekten untersuchen die beteiligten Wissenschaftler beispielsweise die Wirkung von Verkehrslärm auf den Schlaf. Die Psychologen der KU widmen sich dem Einfluss von lärmenden Zügen auf die Leistung am Arbeitsplatz. So genannte irrelevante Geräusche, die in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Tätigkeit stehen, können erwiesenermaßen verschiedene kognitive Leistungen beeinträchtigen. Zudem mindern störende Geräusche die Aufmerksamkeit, beanspruchen mentale Kapazitäten und können so zu vorzeitiger Ermüdung führen. Im Rahmen ihrer Untersuchungen wollen die Eichstätter Wissenschaftler Probanden, die dem realistischen Geräuschszenario einer nahen Bahnstrecke ausgesetzt werden, verschiedenen Konzentrations- und Leistungstests unterziehen.

Simuliert wird dabei ein sechsstündiger Arbeitstag. Die dafür notwendigen Szenarien werden von der Deutschen Bahn AG aufgezeichnet. Berücksichtigung finden dabei unter anderem verschiedene Zugtypen und Bremssysteme (die Einfluss auf die Laufruhe haben können), der Gleiszustand und vorhandene Schallschutzmaßnahmen am Gleis. In den Experimenten soll nicht nur die Mikrostruktur, also der Lärm eines einzelnen Güterzuges, sondern auch die zeitliche Abfolge aller vorbeifahrenden Züge eine Rolle spielen. Diese Makrostruktur und ihren Einfluss auf die Probanden wollen die Wissenschaftler für Schienen- und Straßenverkehrslärm vergleichend untersuchen. Die Testkandidaten bewerten dabei ihre subjektiv wahrgenommene Geräuscheinwirkung und ihre Arbeitsleistung. Ziel des Gesamtprojektes ist es, technische und operationale Maßnahmen zu entwickeln, die Störungen durch Verkehrslärm mindern sollen.

Zudem soll sich die Wirkung von Geräuschen und Geräuschszenarien besser bewerten lassen.

Johanna Karch | KU Eichstätt-Ingolstadt
Weitere Informationen:
http://www.deufrako.org
http://www.ku-eichstaett.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Lösung gegen Schwefelsäureangriff auf Abwasseranlagen
23.02.2018 | Technische Universität Graz

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics