Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Forschungsgruppe mit der Universität Erlangen-Nürnberg beschlossen

08.03.2002


Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat am 8. März auf seiner Sitzung in Jena beschlossen, die Max-Planck-Forschungsgruppe "Optik, Information und Photonik" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für die Dauer von fünf Jahren einzurichten. Weitere wissenschaftliche Konzepte für Max-Planck-Forschungsgruppen an Hochschulen in Deutschland werden derzeit mit universitären Kooperationspartnern geprüft.



Die Max-Planck-Gesellschaft verwirklicht mit der erstmaligen Einrichtung einer Max-Planck-Forschungsgruppe an einer deutschen Hochschule eine Empfehlung, die die internationale Kommission zur Systemevaluation der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft im Jahre 1999 ausgesprochen hatte. Ihr zufolge sollte auch die Max-Planck-Gesellschaft dazu beitragen, die strukturellen Bedingungen der universitären Forschung zu verbessern und die Zusammenarbeit mit den Universitäten zu verstärken. Daraufhin hatte die Max-Planck-Gesellschaft in Aussicht gestellt, im Rahmen eines flexiblen Pilotprogramms drei bis fünf solcher Max-Planck-Forschungsgruppen an Universitäten zeitlich befristet einzurichten und anteilig zu finanzieren. Die gemeinsame Förderung der Einrichtungen ist zunächst auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Derzeit prüft die Max-Planck-Gesellschaft vier weitere, unterschiedlich konkretisierte Gründungsüberlegungen für Max-Planck-Forschungsgruppen an Universitäten. Die Verwirklichung dieser Vorhaben hängt von der weiteren Entwicklung der Finanzierung der Max-Planck-Gesellschaft durch Bund und Länder ab.

... mehr zu:
»Optik »Photonik


Das Konzept für die gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu etablierende Max-Planck-Forschungsgruppe "Optik, Information und Photonik" hat den Umfang von zunächst drei wissenschaftlichen Abteilungen. Mit dem im Zentrum für Moderne Optik (ZEMO) integrierten Lehrstuhl für Optik von Professor Gerd Leuchs ist die erste Abteilung der Forschungsgruppe bereits vorhanden. Darüber hinaus sollen zwei weitere Abteilungen unmittelbar, eine vierte Abteilung zu einem späteren Zeitpunkt eingerichtet werden. Die Besetzung dieser wissenschaftlichen Leitungspositionen erfolgt nach internationaler Ausschreibung und unter Mitwirkung einer Berufungskommission der Max-Planck-Gesellschaft auf Lehrstühle der Naturwissenschaftlichen Fakultät I (Physik und Mathematik) der Universität.

Die laufenden Kosten für das Gemeinschaftsprojekt werden gemeinsam von den Partnern getragen. Sie betragen - bezogen auf die Laufzeit von fünf Jahren - zirka 14 Millionen Euro pro neu zu schaffende Abteilung. Darüber hinaus bedarf es zur Einrichtung der Forschungsgruppe der Bereitstellung einmaliger Investitionsmittel in Höhe von rund 14 Millionen Euro, die im Rahmen der allgemeinen Hochschulbauförderung und über Sonderfinanzierungen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die jetzt vom Senat beschlossene Max-Planck-Forschungsgruppe "Optik, Information und Photonik" an der Universität Erlangen-Nürnberg soll Methoden der modernen Optik erforschen und entwickeln, Fragestellungen aus der Grundlagenforschung in den Bereichen optische Messverfahren, optische Kommunikation, optische Materialien sowie Optik in Biologie und Medizin untersuchen und auf Anwendungsmöglichkeiten überprüfen.

Nach Überzeugung der Experten aus der Universität Erlangen und der Max-Planck-Gesellschaft erlebt die Optik derzeit "eine bemerkenswerte Renaissance". Bahnbrechende Fortschritte beispielsweise auf den Gebieten der Mikroskopie, der optischen Lithographie oder der Einsatz von ultrakurzen Pulsen im Bereich von Femtosekunden (10-15 Sekunden) werden die bisherigen Grenzen der Optik überwinden - eine Entwicklung, auf die etwa die USA mit einem starken Ausbau der Grundlagenforschung in den großen etablierten Zentren für Optik in Orlando, Tucson und Rochester sowie durch die Gründung neuer Zentren reagiert haben.

Eine wichtige Voraussetzung für die künftige "Extrem-Optik" stellen optisch aktive, elektrisch ansteuerbare Werkstoffe dar, mit denen zum Beispiel neuartige, verbesserte Lichtquellen auch für den schwierig zu erschließenden kurzwelligen Ultraviolett-Bereich hergestellt werden können. Das eröffnet unter anderem Chancen, die biochemischen Vorgänge im Inneren lebender Zellen erstmals sogar in allen drei Dimensionen zu erfassen. Grundsätzlich sollten sich mit Hilfe der "neuen Optik" Messgenauigkeit und räumliche Auflösung ebenso wie die Bildverarbeitung verbessern und vor allem die Messgeschwindigkeit in außergewöhnlichem Maß steigern lassen. Der innovative Ansatz, auch Quanteninformationen in solche Untersuchungen mit einzubeziehen, verspricht in Zukunft völlig neue Möglichkeiten.

Die Forschung auf dem Gebiet der Optik in Erlangen-Nürnberg hat international hohes Niveau. In Deutschland gibt es nur wenige Orte mit einem vergleichbaren Engagement in der Optik. Verstärkt wird diese Aktivität noch dadurch, dass es in anderen Bereichen der Universität umfangreiche optische Anwendungsforschung gibt, die in den Fakultäten für Naturwissenschaft, Medizin und Technik angesiedelt sind. Besonderes Gewicht hat die traditionell starke Werkstoffwissenschaft. Auch die Nachrichtentechnik spielt an der Friedrich-Alexander-Universität eine große Rolle, so dass sich zusätzliche Synergien ergeben. Durch die ortsnahe Konzentration all dieser Aktivitäten bietet sich für die Optikforschung eine in Deutschland einmalige Konstellation. Das im Jahr 2000 von der Universität gegründete ZEMO bündelt die vorhandenen Optik-Forschungsaktivitäten und ist auch Gründungsmitglied im BMBF Kompetenznetz "Bayern Photonics", mit dem die bereits bestehenden guten Kontakte zur Industrie weiter intensiviert werden sollen.

| Max-Planck-Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Optik Photonik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten