Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Technik gegen Wasserknappheit

20.03.2007
Der Weltwassertag zeigt: In Entwicklungsländern ist sauberes Wasser immer noch Mangelware, auch eine hygienisch und ökologisch akzeptable Abwasserentsorgung ist kaum vorhanden. Ein Konsortium aus Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) untersucht, wie moderne Wassertechnologie hilft und welchen Beitrag die deutsche Wirtschaft leisten kann.

Rund 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und 2,5 Milliarden Menschen müssen ohne eine hygienische Abwasserentsorgung auskommen. Diese Zahlen sollen bis zum Jahr 2015 halbiert werden - dazu haben sich die Industrienationen in den Millenium Development Goals verpflichtet. Der Weltwassertag am 22. März ruft erneut in Erinnerung, dass gewaltige Investitionen notwendig sein werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Schätzungen zufolge wird der Umsatz mit Wasser- und Abwassertechnologien allein bis 2010 auf 400 Milliarden Euro steigen. Mit dem Projekt "Wasser 2050" möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Beitrag zur nachhaltigen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern leisten und zugleich die Wettbewerbsposition der deutschen Hersteller von Wasser- und Abwasserinfrastruktur auf dem Weltmarkt stärken. Wie dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, untersucht das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt/Main und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.

In den letzten Jahren sind die deutschen Wasserversorger und Abwasserentsorger sowie die Hersteller von Wassertechnologien trotz hoher technologischer Kompetenz auf ausländischen Märkten ins Hintertreffen geraten. Gründe für die schwache Wettbewerbsposition sind unter anderem die traditionell eher regionale Ausrichtung der Unternehmen sowie die mittelständische Struktur der Hersteller - im Gegensatz etwa zu Frankreich mit seinen wenigen großen Unternehmen, die erfolgreich vor allem konventionelle, zentralistische Wasser- und Abwasserinfrastrukturen weltweit in die Regionen wirtschaftlicher Entwicklung exportieren. Aber diese Technologie ist an die dortigen Gegebenheiten häufig schlecht angepasst. Durch Bündelung des technologischen und organisatorischen Know-hows deutscher Anbieter sehen die Projektpartner eine Chance für die deutsche Wasserwirtschaft, nachhaltige und an die spezifischen Anforderungen angepasste Systemlösungen zu entwickeln und anzubieten.

Mit Methoden der Zukunftsforschung untersuchen die Projektpartner bis Mitte 2009, wie Systemlösungen für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Entwicklungsländern aussehen müssen und welche Technologien noch fehlen, um mittel- bis langfristig die Nachhaltigkeitsziele zu realisieren. Dazu werden möglichst viele Unternehmen, von den Wasserversorgern und Abwasserentsorgern über Anlagenbauer und Ingenieurbüros bis hin zu Banken, eingebunden. Mit ihrer Beteiligung erhalten die beteiligten Unternehmen frühzeitig Einblick in die Analysen, und können sich in ein Netzwerk von Partnern zur gezielten Technologieentwicklung und zur Integration von ganzheitlichen Systemlösungen einbringen. Das Angebot solcher Lösungen bedeutet einen Vorsprung bei der Innovations- und Exportstrategie.

Kontakt:
Dr. Harald Hiessl
Telefon: 0721 / 6809 - 115
E-Mail: harald.hiessl@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik neuer Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte