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Professor der Fachhochschule Jena forscht im Sonderforschungsbereich 604

18.02.2002


Im Rahmen der langjährigen Kooperation mit dem Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung e.V. (HKI) ist Dr. habil. Waldemar Künkel, Professor für Mikrobiologie und Gentechnik im Fachbereich Medizintechnik der Fachhochschule Jena, an einem Sonderforschungsbereich der Friedrich-Schiller-Universität beteiligt.
Professor Künkel leitet am HKI die Forschungsgruppe Mykologie in der Abteilung Mikrobielle Infektionsbiologie. Die Forschungsgruppe ist mit einem Projekt im Sonderforschungsbereich 604 "Multifunktionelle Signalproteine" beteiligt. Projektleiter ist Dr. Raimund Eck vom HKI.
Mit der Einstufung als SFB und der damit verbundenen Förderung durch die DFG kann die zehnjährige Forschungsarbeit zur funktionellen Genomanalyse des bedeutendsten humanpathogenen Pilzes Candida albicans mit der Identifizierung und Charakterisierung an der Virulenz beteiligter Gene und Proteine nahtlos fortgesetzt werden.
Professor Künkel, Dr. Eck und ihre Mitarbeiter Monika Nguyen, die DoktorandInnen Juliane Günther und Martin Siegemund sowie Dana Kürsten als Diplomandin untersuchen zelluläre Protein-Protein-Interaktionen in Candida albicans mit dem Ziel, neue Therapiekonzepte für die Bekämpfung humaner Mykosen zu finden. PD Dr. habil. Thomas Munder und Dr. Uwe Horn sind mit ihren umfangreichen Spezialkenntnissen an diesem Vorhaben beteiligt.
Die Forscher haben festgestellt, dass bestimmte Protein-Protein-Interaktionen in Candida albicans Ursache für zahlreiche Oberflächenmykosen wie Infektionen im Mund- und Genitalbereich aber auch für lebensbedrohliche invasive Organmykosen sind.
Professor Künkel macht auf die Problematik aufmerksam: "Etwa jeder zweite Mensch hat in seinem Leben schon einmal eine Pilzinfektion durchlebt. Gegenwärtig verwendete Therapeutika sind nicht frei von Nebenwirkungen und aufgrund von zunehmenden Resistenzentwicklungen bei humanpathogenen Pilzen häufig wenig effektiv. Unser Ziel ist es, Therapeutika zu entwickeln, die auf völlig neuen Wirkungsprinzipien beruhen."
Gesucht werden Targets, das heißt Zielproteine für neue Wirkstoffe: "Wir versuchen auf der molekularen Ebene Proteine und ihre Interaktionspartner zu erkennen, die bei Candida albicans die Virulenz steuern, um die gewonnenen Erkenntnisse für neue Therapiekonzepte umsetzen zu können." Das klingt relativ einfach, tatsächlich aber stellen die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen den Proteinen humanpathogener Pilze und des Menschen eine große Herausforderung für den Mikrobiologen dar.
Die Bedeutung dieser Forschung wird schnell klar, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der an der Immunschwäche Aids erkrankten Menschen an einer nachfolgenden Pilzinfektion sterben. Immunschwäche gilt als prädisponierender Faktor für lebensbedrohliche Pilzerkrankungen. Innovative Impulse für die Candida-Forschung werden besonders bei der Untersuchung von Wirt-Pathogen-Interaktionen durch die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Immunologen Prof. Dr. habil. Peter Zipfel, Leiter der Abteilung Mikrobielle Infektionsbiologie im HKI, und durch eine sehr enge Kooperation mit den anderen Forschungsgruppen des SFB erwartet.
Die Forschungsaufgabe, die sich Professor Künkel und sein Team gestellt haben, ist langwierig und
kostenaufwendig. Um so mehr freut es den Wissenschaftler, dass mit der Einstufung als SFB gesichert ist, dass die Arbeit in den nächsten 12 Jahren kontinuierlich fortgesetzt werden kann, auch wenn die Forscher im 3-Jahresrhythmus die Förderwürdigkeit ihres Projektes mit konkreten Ergebnissen unter Beweis stellen müssen.

Professor Dr. Waldemar Künkel hat an der Friedrich-Schiller-Universität Mikrobiologie studiert und am Zentralinstitut für Mikrobiologie und Experimentelle Therapie (ZIMET) habilitiert. Er setzte seine Forschungen am Nachfolgeinstitut des ZIMET; dem HKI, fort. Seit dem Wintersemester 2000/2001 hat der Wissenschaftler eine Professur an der Fachhochschule Jena inne.

Annette Sell | idw

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