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Flüssiges Kondom für Frauen in Entwicklung

29.01.2007
Hydrogel soll vor HIV und Schwangerschaft schützen

Ein Wissenschaftsteam der University of Utah arbeitet an einem flüssigen Kondom für Frauen. Das Hydrogel, das derzeit an Affen getestet wird, soll nicht nur vor HIV-Infektionen, sondern auch vor Schwangerschaften schützen, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner jüngsten Ausgabe. In rund fünf Jahren wollen die Forscher ein fertiges Produkt anbieten können.

Das Forscherteam um Patrick Kiser und Kavita Gupter arbeitet an der Entwicklung eines Mikrobizids - das sind chemische Substanzen, die Mikroben abtöten - das bei Raumtemperatur flüssig ist und beim Auftragen in der Vagina zu einem Gel wird, das vor Ansteckungen gegen verschiedene sexuell übertragbare Erkrankungen aber auch vor Schwangerschaft schützen kann. "Das Charakteristische an dem Mikrobizid ist, dass es einerseits ph-sensitiv andererseits auch temperaturempfindlich ist", beschreibt Kiser das "intelligente" Polymer-Gel. In das Gel könnten verschiedene Präparate eingebaut werden, die etwa eine Infektion verhindern. Dabei stellen sich die Forscher zwei Medikamentengruppen vor: Das eine soll im Gel bleiben und den Viren das Eindringen in die Schleimhaut verwehren. Das Zweite soll von der Schleimhaut aufgenommen werden und die Krankheitserreger daran hindern, sich in den Zellen zu vermehren. "Das Entscheidende ist, dass das Mikrobizid vor dem Geschlechtsverkehr appliziert wird und durch seine chemischen Eigenschaften wie ein schützender Mantel wirkt", beschreiben die Wissenschaftler ihr Produkt.

Neu ist die Idee eines solchen Gels nicht. Seit mehreren Jahren arbeiten Forscher daran, ähnliche Produkte herzustellen. 2003 gelang einem Wissenschaftsteam unter der Leitung von John P. Moore vom Department of Microbiology & Immunology der Cornell University eine hohe Dosis eines humanen Antikörpers in einem Mikrobizid-Gel in die Vagina von zwölf Rhesusaffen einzubringen. Sieben Stunden hielt die Schutzwirkung des Gels an.

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Erst vor kurzem hatten brasilianische Forscher vom Oswaldo Cruz Institut in Rio einen Wirkstoff in einer Alge gefunden, der eine viel versprechende Waffe gegen HIV darstellt. (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070117003 ). Das Projekt ist ein Teil des weltweiten Vorhabens zur Findung neuer Mikrobizide zur Eindämmung sexuell übertragbarer Erkrankungen. Dabei sollen auch Frauen die Möglichkeit bekommen, sich gegen Ansteckungen zu schützen. Vor allem in ärmeren Ländern, in denen die HIV-Rate hoch ist, Männer aus Überzeugung keine Kondome verwenden und Frauen häufig Opfer von Vergewaltigungen sind, könnte ein wirksames Medikament helfen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utah.edu
http://www.heise.de/tr

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