Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tage werden bis Ende des Jahrhunderts länger

13.02.2002


Computersimulation: 24 Stunden und elf hunderttausendstel mehr

Wissenschaftler der königlichen Sternwarte in Belgien und der Catholic Université de Louvain haben via Computersimulation errechnet, dass zum Ende des Jahrhunderts die Tageslänge um rund elf hunderttausendstel Sekunden zunehmen wird. Als Ursache sehen die Forscher den Treibhauseffekt, durch den der Luftdruck um Kontinente und Meere insgesamt abnehme.

Das belgische Team analysierte die Wirkung einer jährlichen CO2-Erhöhung um ein Prozent. Dies zieht laut Computermodell in 70 Jahren die Verdoppelung der Kohlendioxid-Konzentration nach sich. Nach Ansicht der Forscher ist dies auf der Basis der derzeitigen Einwirkung durch den Menschen ein durchaus mögliches Szenario. Durch die CO2-Zunahme in der Atmosphäre verlangsamt sich die Erdrotation.

Die Tageslänge fluktuiert aufgrund Veränderungen der atmosphärischen Winde und Meeresströmungen leicht. Die Vorgänge wirken sich auf den Drehimpuls der Erde aus. Der Drehimpuls misst die Rotation eines nicht starren Körpers wie in diesem Fall eines Planeten. Die Forscher setzten den Drehimpuls der Erde mit der Wirkung der Meere und der sich erwärmenden Atmosphäre in Zusammenhang. Es zeigte sich, dass die Tageslänge durch die Veränderungen des Drehimpulses zunimmt. Dies schließt auch Veränderungen im Oberflächendruck auf die Landmassen, im durchnittlichen Oberflächendruck auf die Ozeane sowie Windzonen und –strömungen mit ein.

Derzeit ist die Zunahme der Tageslänge sehr klein und kaum merkbar. Sie liegt im jährlichen Mikrosekunden-Bereich. Über einen längeren Zeitraum wird dieser Effekt aber messbar sein. "So werden 24 Stunden nicht mehr 24 Stunden sein, sondern ein bisschen mehr", erklärte Olivier de Viron im Gespräch mit der BBC.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.astro.oma.be
http://www.ucl.ac.be/en/intro.html
http://news.bbc.co.uk/hi/english/sci/tech/newsid_1816000/1816860.stm

Weitere Berichte zu: Computersimulation Drehimpuls Oberflächendruck Tageslänge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie