Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wohnformen für geistig behinderte Menschen verbessern

28.01.2002


Das Qualitätskonzept des Zentrums für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) war Thema einer bundesweiten Fachtagung an der Universität Siegen

"Zwar arbeiten wir schon seit mehreren Jahren an der Qualifizierung offener Hilfeformen für geistig behinderte Menschen und wir wissen, dass man sich in der Fachöffentlichkeit für unsere Forschungen interessiert. Doch wir hätten nicht gedacht, dass unser neuestes Projektergebnis auf eine so breite und positive Resonanz stößt", kommentierte Professor Dr. Norbert Schwarte anlässlich einer Fachtagung der Universität Siegen die Reaktionen auf eine neue Publikation des Zentrums für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE). Schon vor dem Erscheinen der Veröffentlichung in der Schriftenreihe des ZPE gingen in dem sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum bereits ungewöhnlich viele Vorbestellungen ein.
Die Prorektorin für Forschung der Universität Siegen, Prof. Theodora Hantos, konnte 130 Fachleute aus ganz Deutschland begrüßen, die nach Siegen angereist waren, um im Rahmen einer Fachtagung am 24. und 25. Januar 2002 über eine neue Veröffentlichung des Universitätsinstituts zu diskutieren. Unterstützt von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf/Hamburg, der Drachensee GmbH Kiel und aus eigenen Forschungsmitteln der Siegener Universität entstand in anderthalbjähriger Arbeit eine ’Arbeitshilfe zur Qualitätsentwicklung in Diensten für Unterstütztes Wohnen von Menschen mit geistiger Behinderung’, abgekürzt AQUA-UWO.

... mehr zu:
»Arbeitshilfe »Wohnform »ZPE

Das Unterstützte Wohnen im eigenen Wohnraum wird für immer mehr Menschen mit Behinderungen zu einer attraktiven Alternative zu einer stationären Unterbringung im Wohnheim. Das Unterstützte Wohnen bietet Möglichkeiten zu einem selbständigen Leben und eröffnet größere individuelle Freiheiten als das stark regulierte Leben im Heim. Damit verbunden sind jedoch auch erhöhte Risiken, gerade für geistig behinderte Menschen, die oft in sehr hohem Maße von ihrer Umgebung abhängig sind. Gefragt ist daher eine flexible, qualifizierte Unterstützung der selbständig lebenden behinderten Menschen, für die es bisher keine fachlichen Konzepte gibt. Die neue Arbeitshilfe beschreibt Qualitätsstandards für zentrale Aufgaben des Unterstützten Wohnens und enthält Indikatoren zur Einschätzung des Entwicklungsstandes der entsprechenden Fachdienste.
"Wir wollen mit unserer Arbeitshilfe dazu beitragen, dass die Einführung neuer Hilfeformen für behinderte Menschen sich an fachlichen Standards orientiert und nicht in unwürdigen ’Billiglösungen’ endet, die die eigentlichen Zielsetzungen ad absurdum führen", so Laurenz Aselmeier vom ZPE in seiner Präsentation der Arbeitshilfe.
Auch die Sozialverwaltung zeigt großes Interesse am Konzept des Unterstützten Wohnen, da darin auch Chancen gesehen werden, erforderliche Hilfen kostengünstiger zu erbringen. Dies wurde in einem Vortrag der Landesrätin Martina Hoffmann-Badache vom Landschaftsverband Rheinland deutlich. Sie erkannte in dem neuen Siegener Instrument eine Chance, Fachlichkeit und Kostenverantwortung wesentlich intensiver miteinander zu verbinden als dies bisher der Fall war.

Claudia Zinke vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Brandenburg wies in ihrem Beitrag auf die Qualifizierungsnotwendigkeiten im Bereich der ambulanten Hilfen in den neuen Bundesländern hin und sah insbesondere darin die Bedeutung der Siegener Arbeitshilfe. Wilfried Wagner-Stolp, Fachreferent der Bundesvereinigung Lebenshilfe unterstrich die Bemühungen der ZPE-Forschungsgruppe, Praxiserfahrungen systematisch mit in die Arbeiten einzubeziehen. "Es ist gelungen", so Wagner-Stolp, "Theorie und Praxisnähe in einem handhabbaren Instrument zu verbinden".
Im Bereich der Behindertenhilfe kann damit das ZPE nunmehr neben dem bereits weithin anerkannten LEWO-Instrument für Wohnheime, dem Instrument für Familienunterstützende Dienste (AQUA-FUD) sowie dem Instrument zur Qualifizierung der Behindertenhilfeplanung (AQUA-NetOH) eine weitere fachlich gestützte Arbeitshilfe zur Qualitätsentwicklung vorlegen. "Wir sind jetzt auch im Feld des Unterstützten Wohnens gefordert, ein Weiterbildungskonzept zu erarbeiten, mit dem wir den Anforderungen und Erwartungen der Praxis gerecht werden können", so beschrieb Prof. Schwarte die anstehenden Aufgaben seines Teams.

Kordula Lindner-Jarchow M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-siegen.de/~zpe/AQUA-UWO-Tagung.htm

Weitere Berichte zu: Arbeitshilfe Wohnform ZPE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz