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Institut für Kognitionswissenschaft entwickelt mit der Uni Köln Maschinen, die wie Heuschrecken laufen können

15.08.2006
Ist es möglich, eine mehrbeinige Laufmaschine zu konstruieren, deren neuronale Steuerung dem biologischen Nervensystem nachempfunden ist?

Dieser Frage geht ein neues Projekt des Instituts für Kognitionswissenschaft (IKW) der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Pasemann und des Zoologischen Instituts der Universität zu Köln (Leitung Prof. Dr. Ansgar Büschges) nach. Das Projekt "Neurokybernetik mehrbeiniger Laufsysteme" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Entwickelt werden sollen sehr unterschiedliche vier-, sechs, oder achtbeinige Laufmaschinen. "Für potentielle Anwendungen ist die Mechatronik der Maschine so ausgelegt, dass sie sich frei und autonom in rauem Gelände, wie beispielsweise in Parkanlagen, bewegen kann", erklärt Pasemann. Die biologisch inspirierte Art der Steuerung soll darüber hinaus flexible Gangarten ermöglichen, so dass die Maschine "tierartig" auf sich ändernde Umweltbedingungen reagieren kann. Die neuronale Steuerung wird mit Hilfe von Techniken der Evolutionären Robotik entwickelt.

Zum Hintergrund: Neuere Ergebnisse der Neurobiologie ermöglichen genauere Einsichten in die Struktur und Funktion der neuronalen Systeme, die das Laufen bei Tieren, wie zum Beispiel das von Stabheuschrecken, steuern. Damit wird erstmals ein direkter Vergleich der biologischen Systeme mit solchen künstlichen neuronalen Netzen ermöglicht, die zur Laufkontrolle von Robotern eingesetzt werden. Das wissenschaftliche Ziel des Projekts besteht darin, mögliche Mechanismen einer künstlichen neuronalen Kontrolle von komplexeren Animaten, also Maschinen, die sich ähnlich wie Tiere verhalten können, kennenzulernen und sie mit solchen, bislang in der Biologie gefundenen zu vergleichen.

Pasemann: "Es ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse der beteiligten Arbeitsgruppen aus Biologie und Neurokybernetik für das jeweils andere Gebiet fruchtbar gemacht werden können. Dass also Mechanismen der durch Evolution erzeugten künstlichen Nervensysteme neue Einsichten in Funktionsweisen der biologischen Systeme ermöglichen, sowie umgekehrt die aufgedeckten neurobiologischen Strukturen und Funktionalitäten Vorbildcharakter für die künstlichen Systeme haben."

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Frank Pasemann, Universität Osnabrück,
Institut für Kognitionswissenschaft,
Albrechtstrasse 28, 49076 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 3380, Fax. +49 541 969 3381,
E-Mail: frank.pasemann@ais.fraunhofer.de

Dr. Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de/

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