Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Helm gegen Höhenkrankheit

18.07.2006
Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck haben einen neuen Überdruckhelm entwickelt, der die mobile Behandlung von Bergsteigern mit der gefürchteten Höhenkrankheit möglich macht. Bei einer Besteigung des 7.134 m hohen Pik Lenin in zentralasiatischen Kirgisien wollen die Wissenschaftler um Prof. Robert Koch den neuen Helm nun erproben. Die Expedition startet am kommenden Wochenende.

Das Höhenbergsteigen ist mit vielen Risiken verbunden, bis zu einem Viertel der Bergsteiger erkrankt oder verletzt sich in extremer Höhe. 3 von 100 Höhenbergsteigern bezahlen ihr Abenteuer mit dem Leben. Eine der großen Gefahren im Hochgebirge ist die akute Höhenkrankheit. Wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts und des geringen Luftdrucks bilden sich dabei lebensbedrohliche Hirn- und Lungenödeme.

Seit einigen Jahren werden deshalb auf vielen Expeditionen Überdrucksäcke mitgeführt, in denen Patienten einem künstlich erhöhten Luftdruck ausgesetzt werden können. Der Nachteil dieser Geräte ist ihr großes Gewicht (ca. 7 kg) und die hohen Anschaffungskosten. Außerdem können die Erkrankten in diesen Geräten nicht transportiert werden, und der lebensnotwendige Abstieg in tiefere Regionen wird dadurch verzögert.

Know-how aus der Intensivstation

Die Innsbrucker Forscher um Prof. Robert Koch von der Univ.-Klinik für Innere Medizin haben nun einen Beatmungshelm, wie er bereits in Intensivstationen zum Einsatz kommt, für den mobilen Einsatz adaptiert. In Verbindung mit einer mechanischen Luftpumpe entsteht so ein Rettungsgerät, das leicht zu transportieren ist und gegenüber den großen Überdrucksäcken deutliche Vorteile bringt. „Der TAR-Helm – TAR steht für Thin Air Rescue – kann eine sinnvolle Ergänzung in der Therapie der Höhenkrankheit sein“, erklärt Prof. Koch. „Unser TAR-Helm bedeckt nur den Kopf und den Hals und schränkt deshalb die Mobilität des Patienten nur geringfügig ein.

Der wichtige Transport in tiefere Bergregionen wird damit kaum behindert. So kann einerseits die dringend notwendige Sofortbehandlung mit erhöhtem Umgebungsluftdruck durchgeführt und andererseits der Abtransport sofort begonnen werden.“ Begleitet wird Robert Koch auf der Expedition zum Pik Lenin von Dr. Lukas Hinterhuber, Dr. Martin Faulhuber und Dr. Hannes Gatterer sowie zwölf weiteren Extrembergsteigern. Am 22. Juli besteigen sie das Flugzeug nach Bischkek, am 26. beginnt dann die Besteigung des Pik Lenin, der höchsten Erhebung am Pamir-Hauptkamm in Zentralasien. Der TAR-Helm soll in unterschiedlichen Höhenlagen wissenschaftlich getestet werden. Das bereits patentierte System ist ein weiterer Beweis für den Beitrag der medizinischen Forschung in Tirol zu einer verbesserten Gesunden- und Krankenversorgung.

Prof. Dr. Robert Koch | Medizinische Universität Innsbru
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at
http://www.i-med.ac.at/public-relations/medienservice/

Weitere Berichte zu: Expedition Höhenkrankheit TAR-Helm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie