Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Erinnerung auf die Spur kommen - Vier Teilprojekte an der Saar-Uni

20.11.2001


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung einer Forschergruppe zum Thema "Bindung: Funktionelle Architektur, neuronale Korrelate und Ontogenese" bewilligt. Von den insgesamt sieben Teilprojekten werden vier an der Fachrichtung Psychologie der Universität des Saarlandes angesiedelt sein und zunächst mit rund einer Million Mark gefördert.

Im Zentrum der neuen Forschergruppe steht das sogenannte "Bindungsproblem". Dabei handelt es sich um die Frage, wie das Gehirn komplexe Zusammenhänge speichert: Das Gespräch mit der Kollegin vor vier Wochen wird im Gehirn in unterschiedlichen Teilen abgespeichert. Inhalt, Kontext, beteiligte Personen und Zeitraum sind dabei nur einige der Parameter. Was für den Einzelnen scheinbar ganz wie von selbst abläuft, ist eigentlich Hochleistungsarbeit für unser Gehirn. Das Ergebnis der Gedächtnisleistung gleicht einem Puzzle, das bei Bedarf in Windeseile zusammengesetzt wird.

Bei ihren Untersuchungen bedienen sich die Forscher verschiedener Methoden: Zum einen erheben sie sogenannte Verhaltensdaten. Dabei werden Versuchspersonen mit der Lösung einer bestimmten Aufgabe betraut. Sie müssen sich z. B eine Liste mit Wörtern merken. In einem späteren Test werden dann diese Wörter wieder abgefragt und damit sowohl die Genauigkeit als auch die Geschwindigkeit der Erinnerung erfasst. Eine weitere Untersuchungsmethode liegt in der Auswertung der physiologischen Prozesse, die beim Erinnern im Gehirn ablaufen. Hierzu werden die Hirnströme der Probanden in einem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen. Mit der funktionellen Kernspintomographie hingegen wird der Ort der Gehirntätigkeit aufgeklärt. Weiterhin wird in Saarbrücken untersucht, wie sich die Fähigkeit zum verbinden von Merkmalen beim Einprägen und Erinnern über die Lebensspanne verändert (von der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter).

Auf physiologischer Ebene sind hierbei die Schwingungen von Gruppen von Nervenzellen (neuronaler Ensembles) von großer Bedeutung. Um Erinnerungen aus unterschiedlichen Regionen des Gehirns zu koordinieren, passen sich die betroffenen Zellen in ihren Schwingungen einander an. Auf diese Weise werden die Informationen der "neuronalen Ensembles" koordiniert.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit sind nicht nur akademischer Natur. Vielmehr erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse für die Diagnose psychischer Störungen und neuropsychologischer Erkrankungen sowie über die Ursachen von Altersunterschieden in Gedächtnisleistungen.

Das bereits bestehende außergewöhnliche kognitionswissenschaftliche Profil der Universität des Saarlandes wird durch die Forschergruppe um eine neurowissenschaftliche Dimension erweitert. Ein besonderes Anliegen der Forschergruppe ist auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Über 20 Arbeitsplätze für Diplomanden, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter werden entstehen.

Die Förderungsperiode beginnt am 1. Januar 2002 und erstreckt sich zunächst auf drei Jahre. Weitere Teilprojekte laufen an der Humboldt-Universität Berlin, dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung in Leipzig sowie der Universität Regensburg.

Hochschul- Presseteam | idw

Weitere Berichte zu: Gedächtnisleistung Schwingung Teilprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics