Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Honda schafft Durchbruch bei Robotersteuerung durch "Gedanken"

29.05.2006


Kernspintomograph erfasst Gehinaktivität und wertet diese aus



Der japanische Automobilhersteller Honda hat eine Technologie entwickelt, die Signale des Gehirns erfasst und damit Roboter kontrollieren soll. Mit dem in Zusammenarbeit mit dem Advanced Telecommunications Research Institute International entwickelten "Brain Machine Interface" (BMI) können zwar nur einfache Bewegungen gesteuert werden, dafür funktioniert dies ohne jegliche Implantate. Externe Sensoren zeichnen die Hirnaktivitäten auf, digitalisieren sie und werten sie aus. Die Maschinensteuerung erfolgt in "Beinahe-Echtzeit", womit die Wissenschaftler eine Zeitverzögerung von sieben Sekunden meinen.



Zur Messung der Hirnaktivitäten wird ein Kernspintomograph eingesetzt, erläutern die Forscher: Die darin liegende Testperson macht zuerst eine Faust und spreizt anschließend zwei Finger zu einem V. Einige Sekunden später macht die Roboterhand die Geste nach. Honda zufolge kann die Maschinenhand die Bewegungen der Menschenhand nachahmen, indem die hämodynamischen Reaktionen des Hirns, also die Bewegung des Blutes im Gefäßsystem, ausgewertet werden. Die Treffergenauigkeit liege bei 85 Prozent. Das System ist dafür ausgelegt, Bewegungen zu erkennen und diese zu kopieren. Ein aufwendiges Training der Probanden sei nicht notwendig. Selbst bei erstmaliger Nutzung des BMI sollen einfache Handbewegungen zuverlässig erkannt werden, so die Wissenschaftler.

Der Erfolg der Forscher soll laut Honda neue Arten von Schnittstellen zwischen menschlichem Hirn und Maschinen ermöglichen. Das BMI sei nicht nur für die Steuerung des von Honda entwickelten Roboters Asimo wichtig, sondern eröffne auch Anwendungsgebiete in der Fahrzeugtechnologie, so ein Sprecher des Unternehmens. "Es steckt ein großes Potenzial für Anwendungen im Sicherheitsbereich in dieser Technologie", meinte Tomohiko Kawanabe, Chef des Honda Research Institute http://www.honda-ri.com .

Die Wissenschaftler rechnen damit, dass weitere fünf bis zehn Jahre Forschung notwendig sein werden, um Asimo auf diese Weise zu steuern. Bis dahin sehen sich die Forscher auch vor der Herausforderung, die Apparaturen zur Erfassung der Befehle des Gehirns auf eine akzeptable Größe zu verkleinern.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.honda.com
http://www.atr.jp
http://world.honda.com/ASIMO

Weitere Berichte zu: Asimo BMI Hirn Hirnaktivität Kernspintomograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz