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DFG unterstützt zwölf neue Klinische Forschergruppen

31.10.2001


Umsetzung der DFG-Denkschrift zur klinischen Forschung in Deutschland - Zukünftig Antragstellung jederzeit möglich

Zur Förderung der medizinischen Forschung an den Universitätsklinika wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zwölf neue Klinische Forschergruppen einrichten. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG auf seiner Sitzung am 26. Oktober 2001. Damit setzt die DFG Empfehlungen ihrer 1999 veröffentlichten Denkschrift zur klinischen Forschung um, die darauf zielen, die Struktur der klinischen Forschung in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Klinische Forschergruppen, nun gemeinsam von der DFG und der jeweiligen Hochschule finanziert, dienen dabei als ein strukturbildendes Instrument auf dem Weg zu einer Institutionalisierung der klinischen Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Das Ziel ist, im Rahmen einer Forschergruppe besonders ausgewiesene Gruppen von Wissenschaftlern und innovative Forschungsvorhaben an den Medizinischen Fakultäten zu fördern. Dabei ist die Einrichtung einer Klinischen Forschergruppe an die Schaffung einer Forschungsprofessur (C3 oder C4) gekoppelt. Das Neue ist, dass die Hochschule verpflichtet ist, sich über die Laufzeit von sechs Jahren mit 50 Prozent an den Fördermitteln zu beteiligen. Zugleich muss die enge Kooperation zwischen Klinikern und Grundlagenwissenschaftlern sichergestellt sein. Auf diesem Wege sollen die klinische Forschung vernetzt und professionalisiert, neue Ausbildungsstrukturen etabliert und der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt werden. Darüber hinaus sollen die Forschergruppen zur wissenschaftlichen Profilbildung an den medizinischen Fakultäten und an den Hochschulen beitragen.

Zum Hintergrund der neuen Klinischen Forschergruppen: Im August 1999 hat die DFG eine Denkschrift zur Lage der klinischen Forschung vorgelegt (im Wortlaut unter http://www.dfg.de/aktuell/download/klinische_forschung.html ). Sie beschreibt die Situation der klinischen Forschung in Deutschland, analysiert ihre Defizite und zeigt Perspektiven zur Verbesserung auf. Sie plädiert, Freiräume für klinische Forscher zu schaffen, medizinische Spezialisierungen frühzeitig zuzulassen und die laufbahnorientierte "Pro forma-Forschung", die nicht der wissenschaftlichen Ausbildung und dem Fortschritt der Forschung dient, sondern der beruflichen Qualifikation, abzuschaffen. Vor diesem Hintergrund regt die Denkschrift eine Trennung der rein klinischen von der wissenschaftlichen Laufbahn bei Medizinern an. Außerdem empfiehlt sie, die seit 1988 aus Sondermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanzierten Klinischen Forschergruppen mit eigenen Fördermitteln der DFG und mit einem modifizierten Programm weiterzuführen.

Nach Ausschreibung des neuen Programms "Klinische Forschergruppen" im Mai 2000 gingen bei der DFG insgesamt 58 Antragsskizzen ein, die von der DFG-Senatskommission für klinische Forschung geprüft wurden. 14 Initiativen wurden ausgewählt und zur detaillierten Antragstellung aufgefordert. Zwölf Klinische Forschergruppen konnten nun bewilligt werden:

  • Molekulare Mechanismen der Opioidanalgesie bei Entzündungsschmerz, FU Berlin
  • Biomechanik und Biologie der Knochenheilung: Individuelle, beanspruchungsgerechte Osteosynthese, Humboldt-Universität Berlin
  • Osteogene Stammzell-Differenzierung und Therapie von Knochenverlust, Universität Würzburg
  • Immunpathogenese und Interventionsstrategien bei mukosalen Infektionen, FU Berlin
  • Wachstumskontrolle neoplastischer B-Zellen: Tumorbiologie und molekulare Therapieansätze, Humboldt-Universität Berlin
  • Endorganschäden bei arterieller Hypertonie: Pathogenetische Bedeutung von nicht-hämodynamischen Prozessen, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Neuronale Plastizität und Lernprozesse bei der Schmerzchronifizierung: Grundlagen, Prävention und Therapie, Universität Heidelberg
  • Ophthalmologische Onkologie und Genetik, Universität-Gesamthochschule Essen
  • Stammzelltransplantation und Immunmodulation - molekulare Therapieansätze in der Pädiatrie, Medizinische Hochschule Hannover
  • Intersexualität - vom Gen zur Geschlechtsidentität, Universität Lübeck
  • Normale und gestörte Aufmerksamkeitsprozesse und deren therapeutische Beeinflussung: von den Grundlagen zur klinischen Anwendung, Universität Aachen
  • Molekulare Neurogenetik, Ludwig Maximilians-Universität München

Anträge auf Einrichtung von Klinischen Forschergruppen können zukünftig jederzeit bei der DFG gestellt werden.

Dr. Rembert Unterstell | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/aktuell/klifo_programm.html
http://www.dfg.de/aktuell/download/klinische_forschung.html.

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