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SmartKom präsentiert Weltneuheiten in Saarbrücken

26.10.2001


Multimodaler Dialog im BMBF-Leitprojekt SmartKom


Internationale Statustagung "Mensch-Technik-Interaktion",
Saarbrücken, 26.-27.10.01

In Zukunft werden wir beim Dialog mit Maschinen unsere Kommunikationsmöglichkeiten weit besser nutzen können. Dafür sorgt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt SmartKom, bei dem unter der Führung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) zwölf Forschergruppen aus Industrie, Hochschule und Forschungseinrichtungen, mit Hochdruck an der integrierten Verarbeitung von Sprach-, Gestik- und Mimikinformationen arbeiten. Angestrebt wird dabei neben einer Verbesserung der Mensch-Technik-Interaktion eine höhere Akzeptanz bei Computerlaien. Vier Weltneuheiten präsentiert SmartKom bei der Internationalen Statustagung zu Mensch-Technik-Interaktion in Saarbrücken, die heute eröffnet wird. Diese Tagung (http://www.dlr.de/it/iv/mti) versteht sich als Austauschforum zum aktuellen Stand der Forschung. Projekte, die ihre Exponate zeigen, sind:

Bill Gates betonte in seinem vielbeachteten Eröffnungsvortrag auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz, IJCAI-01 im August die strategische Bedeutung intelligenter Benutzerschnittstellen für die nächste Generation von Anwendungssoftware für den Massenmarkt. Gates sieht die Zukunft in personalisierten, multimodalen und adaptiven Benutzerschnittstellen wie sie im Leitprojekt SmartKom entwickelt werden. Gates machte in seiner Zukunftsstrategie klar, dass für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Informationstechnik Durchbrüche bei der Mensch-Technik-Interaktion zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden.

Prof. Wolfgang Wahlster, der Vorsitzende der Geschäftsführung des DFKI und Gesamt-projektleiter von SmartKom, der soeben für den Deutschen Zukunftspreis 2001 - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation nominiert wurde, erklärte: "Das Motto unserer Forschung im Projekt SmartKom ist: Den Computer näher an den Menschen heran zu bringen und nicht umgekehrt den Menschen an den Computer anzupassen. Man sollte den Computer so intuitiv bedienen können, dass man keine Zeit damit verschwenden muss, spezielle Bedientechniken zu erlernen und umfangreiche Benutzerhandbücher zu studieren."

Spracherkennung, Sprachverstehen, Sprachsteuerung, Sprachdialoge und Sprachsynthese werden in Zukunft überall Eingang finden, ob im Haushalt, im Büro, in Mobilgeräten, im Fahrzeug oder im Operationssaal. Es wird kostengünstige Kleingeräte mit Sprachfähigkeiten geben, aber auch Serverlösungen, bei denen das Sprachverstehen über Telefon oder einen Persönlichen Digitalen Assistenten (PDA) aktiviert werden kann. In SmartKom wird die Architektur und die Sprachverarbeitungsmethoden des sehr erfolgreichreichen Verbmobil-Projektes konsequent weiterentwickelt zu einem multimodalen Dialogsystem.

SmartKom arbeitet an der intelligenten Integration multipler Biometrien, die für Sicherheitslösungen gegen Hacker und Cyberterrorismus immer wichtiger werden. Dabei können nicht nur der Fingerabdruck des Benutzers, sondern auch seine Handkontur, seine Stimme und sein Unterschriftszug automatisch analysiert werden, um eine zweifelsfreie Zugangsberechtigung durch digitale biometrische Verfahren festzustellen.

Die neue Version von SmartKom bietet vier Weltneuheiten aus der aktuellen Forschung:


  • Ein multimodales Dialogsystem, das die Fahrzeugnavigation mit der Fußgängernavigation verbindet
  • Die inhaltliche Auswahl von Fernsehsendungen und deren Aufzeichnung per Videore-korder durch eine Kombination von Sprache und Zeigegestik mittels eines tragbaren Webpads
  • Die Bedienung und Erklärung eines virtuellen Telefons durch Sprache und Gestik
  • Eine Emotionserkennung im Sprachdialog durch Auswertung des Gesichtsausdrucks des Sprechers.

SmartKom wurde heute erstmals als Multiplattformsystem vorgestellt, d.h. es gibt Versionen auf Kleinstcomputern (iPAQ), tragbaren Webpads (Fujitsu Stilistic) und als Infokiosk auf normalem PCs mit virtuellem Touchscreen. SmartKom wurde als multilinguales System mit Deutsch und Englisch als Dialogsprachen realisiert.

Ergebnisse von SmartKom sind bereits in konkrete Produkte (z.B. den sprachgesteuerten Roboterhund AIBO von Sony) eingeflossen und führten zu neuen Firmengründungen (u.a. Sonicson, Eyeled).

Die nächste Generation von Mobilfunkgeräten mit ihren großen Übertragungsbandbreiten, erfordert ganz neue Anwendungen und Bedienkonzepte. Prof. Wahlster dazu: "Die multimodale Kommunikation von SmartKom ist für zukünftige UMTS-Anwendungen eine Schlüsseltechnologie."

Das SmartKom-Konsortium besteht aus:

DFKI, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (Konsortialleiter)
DaimlerChrysler AG
EML, European Media Laboratory GmbH
FAU, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
ICSI, International Computer Science Institute
IMS, Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung, Universität Stuttgart
LMU, Ludwig-Maximilians-Universität München
MediaInterface Dresden GmbH
Philips GmbH
Siemens AG
Sony International (Europe) GmbH
Sympalog AG

Ansprechpartner:
Dr. Anselm Blocher, DFKI GmbH,
Tel.: (0681) 302-5262
e-mail: anselm.blocher@dfki.de
Homepage: www.smartkom.org

Pressekontakt:
Reinhard Karger, M.A., Leiter Unternehmenskommunikation
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. 43.8
D- 66123 Saarbrücken
Tel.: 0681 302 5253, Fax: 0681 302 5341
E-Mail: karger@dfki.de

M.A. Reinhard Karger | idw
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/it/iv/mti
http://smartkom.dfki.de/
http://www.smartkom.org

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