Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

30 Jahre deutsch-kanadische wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit

24.10.2001


Bulmahn: "Wir setzen gemeinsam auf Zukunftsfelder und den wissenschaftlichen Nachwuchs"

Deutschland und Kanada wollen ihre enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Bildung, Wissenschaft und Forschung weiter stärken. Nach dreißigjähriger erfolgreicher Gemeinschaftsarbeit haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, und ihr kanadischer Amtskollege Dr. Gilbert Normand, heute in Bonn eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der die zukünftige Kooperation vereinbart wird.

Bundesministerin Bulmahn sagte dazu: "Wir wollen unsere Kooperation auf wichtigen Zukunftsfeldern weiter ausbauen. Ich nenne hier nur die Telemedizin, die Photonik, die Erforschung neuer Materialien oder die Pflanzengentechnologie. Hier bieten sich Chancen für unsere beiden Länder, die wir gemeinsam nutzen wollen." Darüber hinaus wolle man die Beteiligung jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stärker fördern. Mit einem parallel stattfindenden deutsch-kanadischen Workshop junger Wissenschaftler werden dafür geeignete Wege erarbeitet.

"Deutschland und Kanada arbeiten gemeinsam daran, Wissenschaft und Technologie zur Entwicklung einer innovativen Wissensgesellschaft zu nutzen", betonte Staatsminister Normand. "Das ist ein Beitrag zur langfristigen Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums und für die Schaffung gutbezahlter Arbeitsplätze in unser beiden Länder."

Kanadische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschungsinstituten und Hochschulen haben in den letzen Jahren rund 500 gemeinsame Projekte z. B. in Landwirtschafts- und der Polarforschung oder der Atmosphärenforschung durchgeführt. Bulmahn hob hervor: "Sie haben damit nicht nur unsere Lebensqualität verbessert, Umweltprobleme bewältigt und technologische Innovationen vorangebracht. Sie haben damit auch einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und wissenschaftlichen Austausch und gegenseitigen Kennenlernen von Deutschen und Kanadiern geleistet."

Das BMBF hat die Kooperation mit rund 20 Millionen Mark gefördert. Dazu kommen eigenfinanzierte Maßnahmen von Forschungseinrichtungen wie dem DLR und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Für die nächsten Jahre stellt das BMBF zusätzlich zur laufenden Projektförderung in Höhe von rund einer Millionen Mark pro Jahr drei Millionen Mark (2002 bis 2004) zur Verfügung.


Gemeinsame Erklärung

Anlässlich der Festveranstaltung zum 30jährigen Bestehen des deutsch-kanadischen Regierungsabkommens erklärten die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, MdB und der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Dr. Gilbert Normand, MP gemeinsam am 24. Oktober in Bonn:

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen in Deutschland und Kanada sind Ziele, die ein ausdauerndes Engagement für Wissenschaft und Forschung, Technologie und Innovation erfordern. Darüber hinaus ist die internationale Zusammenarbeit eine beiderseits des Atlantiks unbestrittene Notwendigkeit.

Die Ziele des bilateralen Regierungsabkommens von 1971 sind daher heute weiterhin gültig: Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit für friedliche Zwecke und zu beiderseitigem Nutzen, Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlstandes von Kanadiern und Deutschen.

Tatsächlich bilden das hohe wissenschaftlich-technologische Niveau der deutsch-kanadischen Beziehungen und die Projekte sowohl zwischen Forschungsinstituten und Universitäten als auch zwischen den beteiligten Regierungsstellen und Verwaltungen die unter dem Regierungsabkommen entstanden sind, ein Fundament, auf dem ein gezielter Ausbau spezifischer Kooperationsfelder und eine intensivere Vernetzung zwischen beiden Seiten im 4. Jahrzehnt der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung solide begründet werden können.

Es ist deshalb die Absicht der deutschen und der kanadischen Regierungen,

  • die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung durch die neuen Kooperationsfelder Neue Materialien, Telemedizin, Photonik sowie mittelfristig "Grüne Biotechnologie" auszubauen;

  • eine Vereinbarung zwischen den Instituten des kanadischen National Research Council und dem deutschen Hermann von Helmholtz e.V. und anderen Exzellenz-Zentren zu unterstützen;

  • die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Kooperation zu verstärken; industrielle Forschungskooperation insbesondere durch die Einbeziehung von kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern;

  • den forschungspolitischen Dialog zwischen beiden Regierungen weiter intensiv zu pflegen.

Ein gezielter Ausbau und die Intensivierung der Zusammenarbeit stehen im gemeinsamen Interesse unserer beiden Länder. Die Voraussetzungen für eine lebendige und ergiebige Zukunft der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung einschließlich gemeinsamer kommerzieller Anwendungen sind sehr gut. Beide Regierungen sind zuversichtlich, dass auf diesem Weg eine neue Qualität der deutsch-kanadischen wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit im 4. Jahrzehnt ihres Bestehens erreicht werden kann.

Geschehen zu Bonn am 24. Oktober in zwei Urschriften, jede in deutscher, englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.

Die Bundesministerin / Der Staatsminister für Wissenschaft, für Bildung und Forschung / Forschung und Entwicklung

Edelgard Bulmahn / Gilbert Normand

| bmb+f

Weitere Berichte zu: Lebensqualität Regierungsabkommen Staatsminister

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften