Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cognex Inc. fördert Labor für Bildverarbeitung - Perspektive: Kompetzenzzentrum

12.10.2001


Das Labor für Bildverarbeitung am Fachbereich Mathematik und Technik der Fachhochschule (FH) Bielefeld wurde jetzt in das Hochschulförderprogramm der Cognex Inc., Natick, MA (USA) aufgenommen. Der Weltmarktführer auf dem Gebiet der industriellen Bildverarbeitung fördert lediglich 10 Hochschulen ausserhalb der Vereinigten Staaten. Dr. Lars Jänchen, Leiter Marketing der Cognex Deutschland, übergab jetzt ein Entwicklungssystem im Wert von 50.000 DM an den Leiter des Labors, Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba. In dem Ende 1999 eingerichteten Labor wurden bereits zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt, an denen Studierende - oft im Rahmen von Diplomarbeiten - mitgewirkt haben. So arbeiten Studierende derzeit unter anderem an der Entwicklung von optischen Inspektionsgeräten für die Qualitätssicherung von Möbelbeschlägen, Kfz-Umformteilen sowie zur Sortierung von frischem Spargel. "In Zusammenarbeit mit den Marktführern der Bildverarbeitung werden wir hier ein Kompetenzzentrum für Bildverarbeitung aufbauen", beschreibt Dr. Kaschuba die geplante Entwicklung des Bielefelder Labors.

... mehr zu:
»Bildverarbeitung

Die industrielle Bildverarbeitung hat sich den letzten 20 Jahren als ein eigenständiges Feld der angewandten Informatik etabliert und ist aus vielen Automatisierungslösungen und Qualitätssicherungsaufgaben nicht mehr wegzudenken. Wo der menschliche Sehsinn nicht mehr ausreicht, um beispielsweise Qualitätsmerkmale zu erkennen, werden Bildverarbeitungssysteme eingesetzt. Unterschiedlichste Produkte können inspiziert, vermessen, identifiziert oder ihre Lage erkannt werden.

Im Gegensatz zur manuellen Bild-be-arbeitung gilt in der digitalen Bild-ver-arbeitung:
  • aus den Bilddaten werden bestimmte Merkmale zur Weiterverarbeitung oder Auswertung gewonnen


  • die Aufnahme und Verarbeitung erfolgt automatisiert nach vordefinierten Verfahren und Abläufen in geschlossenen Systemen


  • die Komplexität der Algorithmen erfordert teilweise besondere Hardware zur Verarbeitung der Bilddaten.

So ist der vollautomatische Rasenmäher keine Utopie mehr. Er verlässt seine Hütte im Garten, um die Höhe des Rasen zu messen, prüft das Wetter und mäht dann dank seiner "Sehfähigkeit" akkurat das Gras. Weitere Anwendungen aus dem Consumerbereich, die zur Zeit in der Entwicklung sind: automatische Regelung der Autositzposition bei einem Unfall, um den Einsatz des Airbags zu optimieren sowie Systeme zur Fahrwegüberprüfung bei Nacht. Hierbei wird ein Infrarotbild gewandelt und über ein Display in die Windschutzscheibe eingepasst.

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie erreichte in den vergangenen Jahren durchschnittlich jährliche Wachstumsraten von mehr als 20%. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) prognostiziert für die Bildverarbeitung unvermindert positive Zukunftsaussichten und schätzt, dass heute erst 15% der möglichen Anwendungen erschlossen sind. Unter den Ländern, die Komponenten zur Entwicklung von Bildverarbeitungsanlagen erstellen, nimmt Deutschland nach den USA den zweiten Rang ein. "Um diesen Marktanteil halten zu können, müssen wir jedoch den Ausbildungsbetrieb intensivieren", so Dr. Kaschuba. Dies erfordere eine gute Ausstattung der Hochschullabore. Daher ist das neue Entwicklungssystem hochwillkommen. Das System besteht aus einer autonomen Kamera, die über das Internet weltweit programmiert und abgefragt werden kann, verschiedenen optischen, elektronischen und Beleuchtungskomponenten sowie einem mechanischen Versuchsaufbau. Dazu gehört auch ein Software-Entwicklungspaket.

Cognex Inc., Natick, MA (USA)
Cognex plant, entwickelt, fertigt und vermarktet Machine Vision Systeme. Diese Systeme bilden kamerabasiert den menschlichen Sehsinn nach und kommen in vielen industriellen Anwendungen zum Einsatz. Das Unternehmen, 1981 von Dr. Robert J. Shillman, Lehrbeauftragter für menschliche visuelle Wahrnehmung am Massachusetts Institute of Technologie (MIT), und zwei seiner besten Doktoranden - Marilyn Matz und Bill Silver - gegründet, ist heute Weltmarktführer und hält 110 Patente, 140 Patentanträge sind gestellt. Der Unternehmen erzielte im Jahr 2000 einen Umsatz von 250 Mio. US-Dollar.

Professor Dr.-Ing Reinhard Kaschuba
wurde 1999 an die FH Bielefeld berufen. Seine Lehrgebiete sind: Physikalische Effekte und Produktideen, Mustererkennung und Regelungstechnik. Der Bielefelder studierte nach der Lehre zum Stahlbauschlosser Maschinenbau/Konstruktionstechnik an der FH Bielefeld. Anschließend setzte er sein Studium mit der Vertiefung Maschinenbau/Automatisierungstechnik an der Ruhr-Universität Bochum fort. 1993 folgte die Promotion. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Sensorsysteme der Universität Siegen war Kaschuba für den Aufbau der Arbeitsgruppe "Anwendung von Sensoren in der Fertigungstechnik" zuständig. In den folgenden Jahren war er in leitenden Positionen bei verschiedenen Herstellern von Sensor- und Bildverarbeitungssystemen tätig.

Kontakt:
Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba
Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Mathematik und Technik
Am Stadtholz 24
33609 Bielefeld

fon 0521.106-7513
fax 0521.106-7190
E-Mail: reinhard.kaschuba@fh-bielefeld.de


Petra Werdin | idw
Weitere Informationen:
http://pep.fh-bielefeld.de

Weitere Berichte zu: Bildverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz