Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Erfindung des Homo Europaeus

16.12.2005


Das Bundesbildungsministerium fördert ab Februar 2006 das interdisziplinäre Verbundprojekt "Imagined Europeans. Die wissenschaftliche Konstruktion des Homo Europaeus". Acht Nachwuchsforscher der Universität Leipzig, der Humboldt-Universität und des Deutschen Museums München sind daran beteiligt.



Eine gemeinsame interdisziplinäre Projektinitiative der Humboldt-Universität, der Universität Leipzig und des Deutschen Museums hat den Förderzuschlag des Bundesbildungsministeriums erhalten. Das Projekt "Imagined Europeans. Die wissenschaftliche Konstruktion des Homo Europaeus", koordiniert von Prof. Dr. Kiran Klaus Patel, wurde in der bundesweiten Ausschreibung "Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog" zur Förderung ausgewählt.

... mehr zu:
»Erfindung »Europaeus »Homo


Das Projekt, das am 1. Februar 2006 seine Arbeit aufnimmt, widmet sich dem Bild des Europäers. Den hochtrabenden intellektuellen Debatten über das Bild Europas als einer Erfindung des Europäers will sich die Forschergruppe dabei nicht anschließen. Vielmehr steht nun die Erfindung des europäischen Menschen selbst im Mittelpunkt - die Vorstellung dessen, was das Europäische an einem Europäer bzw. einer Europäerin ausmacht. In vier Teilprojekten wird untersucht, welche Bilder und Konstruktionen des Europäers in den europäischen und außereuropäischen Vorstellungswelten kursieren.

Übergreifend fragen die einzelnen Teilprojekte, auf welche Weise alltäglich-praktische Abläufe beinahe nebenbei und unbeabsichtigt ein reproduzierbares Bild des Durchschnittseuropäers liefern. Besonders erfindungsreich ist hier der Technik- und Konsumbereich, zum Beispiel bei der Entwicklung von Autos und sonstigen Gebrauchsgegenständen für europäische Körpermaße. Ein anderer Untersuchungsstrang beschäftigt sich mit der Frage, wie der Europäer bislang in den Lebenswissenschaften als Lebewesen mit bestimmten physischen und geistigen Eigenschaften konstruiert wird. So ist er wiederzufinden in den Biowissenschaften des 20. Jahrhunderts mit ihrer Konstruktion einer "europäischen Rasse". Oder er wird von Wissenschaftlern erfunden als ein Lebewesen, das eine besondere Ernährung benötigt, zu spezifischen Krankheiten neigt und nur bestimmte Medikamente verträgt. Das Leipziger Teilprojekt blickt von außen, aus dem Blickwinkel scheinbar "außereuropäischer" Vorstellungswelten, auf den Europäer und analysiert Spuren des Homo Europaeus in den Verwaltungspraktiken internationaler Organisationen. Es ist zugleich Teil der Projektgruppe "Global History and Transnational Processes".

An dem Projekt beteiligen sich die Disziplinen Geschichtswissenschaften, Ethnologie, Wissenschaftsgeschichte und Technikgeschichte. Die Teilprojekte werden von Kiran Patel und Stefan Beck (Humboldt-Universität), von Helmut Trischler (Deutsches Museum München) und von Matthias Middell (Zentrum für Höhere Studien der Universität Leipzig) geleitet. Die Projektteilnehmer werden gemeinsam interdisziplinäre Lehrveranstaltungen ausarbeiten und durchführen. Die Forschungsergebnisse werden in einer Ausstellung und auf einer internationalen Konferenz präsentiert.

Weitere Informationen:
PD Dr. Matthias Middell
Telefon: 0341 97-30230
E-Mail: middell@uni-leipzig.de

Volker Schulte | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~zhs

Weitere Berichte zu: Erfindung Europaeus Homo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie