Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anwendungszentrum für polymere optische Fasern (POF-AC) offiziell eröffnet

25.09.2001


Prof. Dr. Hans Poisel und Dr. Roland Fleck betonten auf einer Pressekonferenz die Bedeutung des neuen Instituts für die Region Nürnberg


Dr. Olaf Ziemann, wissenschaftlicher Geschäftsführer des POF-AC, Prorektor Prof. Dr. Peter Heß, Prof. Yasuhiro Koike, Keio University (Japan), Dekan Prof. Dr. Werner Kühnel, POF-AC-Leiter Prof. Dr. Hans Poisel (v.l.n.r.)


POF-AC - Just in Time...
...ist der Titel des Vortrags, den Prof. Hans Poisel, der Leiter des heute eröffneten Anwendungszentrums für Polymere Optische Fasern (POF) am Donnerstag anlässlich der Internationalen Konferenz POF 2001 in Amsterdam halten wird. Just in Time, "gerade rechtzeitig", eröffnet die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg das neue Institut.

POF, also Lichtleiter aus Kunststoff, werden schon heute eingesetzt in der Datenübertragung, der Sensortechnik und für neuartige Beleuchtungsanwendungen. Anwendungen der POF sind das Gebiet, in dem das POF-AC aktiv ist und wo es folgende Ziele erreichen will:

  1. Aufbau einer Infrastruktur zur Unterstützung aller Firmen, die mit POF arbeiten wollen, dies aber mangels Know-how oder Kapazität nicht tun können
  2. Erleichterung des Einsatzes der POF durch entsprechende Aufklärung über die Möglichkeiten und deren praktische Realisierung
  3. Entwicklung von Standards, um die Austauschbarkeit von Komponenten sicher zu stellen
  4. Verbesserung des Wissenstransfers durch Abhalten von (inter-) nationalen Konferenzen und Workshops
    ... mehr zu:
    »Faser »POF »POF-AC

    Dazu bietet das POF-AC Kapazitäten an, die eine in Europa einmalige Messtechnik einschließen, sowie umfassende Kompetenz in faseroptischer und optoelektronischer Entwicklung.

Dies soll sich dann im Alltag an verschiedenen Stellen zeigen, beispielsweise im Auto, wo seit 1998 in den Modellen von DaimlerChrysler, von der S- bis zur A-Klasse bereits ein sogenannter "optischer Bus" eingesetzt wird. Dieser Bus verbindet alle Komponenten im Auto, die mit Kommunikation oder Unterhaltung zu tun haben, also z.B. das Radio mit den Aktivboxen in der Tür und mit dem CD-Wechsler im Kofferraum, das Autotelefon und die Navigationsanlage. Auf der aktuellen IAA in Frankfurt stellt BMW in dem neuen 7er Modell bereits das Nachfolgesystem vor, auf das sich mittlerweile alle europäischen Automobilhersteller geeinigt haben. Dabei sind pro Fahrzeug dann bereits ca. 100 m POF mit insgesamt etwa 80 Steckverbindungen enthalten. Genau an dieser Stelle kommen die Vorzüge der POF zum Tragen: Sie sind kinderleicht zu handhaben. Jeder Laie ist in der Lage, einen Stecker an das Kabel zu montieren und dann einfach an die optischen Sender und Empfänger anzuschließen. Dabei haben die POF gegenüber Kupferkabeln noch weitere Vorteile: Sie sind unempfindlich gegenüber Störungen durch elektromagnetische Felder, sie sind leichter, dünner und flexibler. Diese Technik wird sich auch im Heimbereich durchsetzen, wo immer mehr digitale Bilddaten übertragen werden (ab 2005 ist auch unser Fernsehen nur noch digital!) und die Internet-Nutzung weiter zunehmen wird.
Hier muss jeder Handwerker, aber auch der interessierte Heimwerker in der Lage sein, diese Leitungsnetze zu verlegen, richtig zu nutzen und elektromagnetische Störungen zu vermeiden.
Das POF-AC wird auf allen Ebenen tätig sein: Es wird sowohl einfach zu bedienende Werkzeuge entwickeln und Handwerker ausbilden, als auch in Eigeninitiative oder im Auftrag von Firmen neue Systeme konzipieren und aufbauen. Aktuell sind dies Übertragungssysteme für zukünftige Datenstrecken, neue Sensoren für Wasch- und Spülmaschinen sowie Komponenten für die Mikrochirurgie.


Das POF-AC wird dabei nicht nur mit Partnern aus der Region zusammenarbeiten. Bereits jetzt werden erste Projekte mit Einrichtungen aus England, USA und Spanien bearbeitet. Die große Zahl von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, die zur Eröffnung des POF-AC nach Nürnberg kamen, unterstreicht zum einen deren Wertschätzung welche die beiden Leiter, Poisel und Ziemann und deren Team genießen, und zum anderen die internationale Ausrichtung des Zentrums. Dr. Roland Fleck, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg betonte anlässlich bei der anberaumten Pressekonferenz die Bedeutung des Anwendungszentrums für die Wirtschaftsregion Nürnberg: "Mit Hilfe des POF-Anwendungszentrums kann so in der Region weitere Entwicklungs- und Fertigungskompetenz aufgebaut werden".
Prof. Dr. Hans Poisel freute sich besonders, zum Festakt den POF-Pionier schlechthin, Prof. Yasuhiro Koike von der Keio University aus Japan begrüßen zu können.
Das Anwendungszentrum für Polymere Optische Fasern wird für drei Jahre mit insgesamt 4,5 Millionen Mark aus der High-Tech-Offensive Bayern gefördert. POF-AC - Just in time: Der Bedarf ist da, die Kapazität ist da, das Know-how ist da - ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft.


Rückfragen richten Sie bitte an Prof. Dr. Hans Poisel, Tel. 0911/5880-1189, E-Mail:  hans.poisel@fh-nuernberg.de

Thoralf Dietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.pofac.de/

Weitere Berichte zu: Faser POF POF-AC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie