Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verpestete Luft verändert Geburten - Verhältnis

24.10.2005


Sao Paulo: Weiblicher Nachwuchs dominiert


Giftige Luft sorgt dafür, dass sich das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen verändert. Das haben Forscher der University of Sao Paulo beim Jahrestreffen der American Society for Reproductive Medicine in Montreal berichtet. Die Forscher hatten die 17 Mio.-Metropole in drei Luftgüte-Kategorien eingeteilt und dann die Geburtenraten zwischen 2001 und 2003 untersucht. Das Ergebnis war verblüffend: In den Gebieten mit der schlechteren Luftgüte war die Zahl der geborenen Mädchen deutlich höher, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

In den am wenigsten verschmutzten Regionen waren 48,3 Prozent der Babys weiblich, in den am stärksten belasteten 49,3 Prozent. Nachdem die Forscher das Verhältnis zwischen Buben und Mädchen in allen Regionen untersucht hatten, kamen die Forscher um Jorge Hallak zum Schluss, dass die Differenz immerhin signifikant war. Ganz klar ist den Forschern nicht, wie Umweltverschmutzung sich auf die Nachkommen auswirkt.


Aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war bekannt, dass es einen deutlichen Trend zugunsten männlicher Nachkommen gab. Umgekehrt ist in Zeiten nach Naturkatastrophen und Krisen die Zahl an weiblichen Nachkommen im Verhältnis deutlich höher. Offensichtlich ist es in harten Zeiten wesentlich, dass die Nachkommenschaft auf Nummer sicher gehe und daher entstünden mehr Mädchen. Buben hingegen sind risikofreudiger. "Es sieht so aus, als würde sich die menschliche Rasse selbst neu besiedeln. Und dafür sind Mädchen wichtiger", so Hallak. Andere Forscher stehen den Schlüssen von Hallak aber skeptisch gegenüber, da die ökonomischen Verhältnisse zu wenig ins Kalkül gezogen wurden.

In Mäuseversuchen konnten Forscher allerdings feststellen, dass Umweltverschmutzung oder Schädigung durch Umweltgifte das Geschlechterverhältnis deutlich zugunsten weiblicher Nachkommen veränderte. Warum Umweltverschmutzung die Verhältnisse der Geschlechter beeinflussen kann, ist unklar. Wissenschaftler nehmen an, dass das Y-Chromosom in den Spermien, das für männliche Nachkommen steht, schwächer ist als das X-Chromosom. Chemikalien können, und das ist bekannt, die Qualität und die Zahl der Spermien nachhaltig beeinflussen. Ob das Y-Chromosom tatsächlich schwächer ist, ist eine reine wissenschaftliche Spekulation, berichtet Nature. Die Wissenschaftler wollen nun aber andere Millionenstädte mit extrem schlechter Luft wie etwa Peking oder Jakarta unter die Lupe nehmen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Nachkommen Nature Umweltverschmutzung Y-Chromosom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen