Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angst vor Bio-Terror in den USA / Von der Simulation zur Wirklichkeit?

14.09.2001


Terroristische Anschläge mit Bio-Waffen standen in den letzten Monaten in den USA im Mittelpunkt von Medien und Politik. Im Juni gab es im Luftwaffenstützpunkt Andrews im Beisein einer Gruppe von Regierungsmitgliedern sogar eine Simulation, in der ein hypothetischer Angriff mit Pockenviren durchgespielt wurde. Das Szenario ist grausam, aber nach dem, was sich gerade in den USA abspielt, in erschreckender Weise möglich geworden. Und das Wissen um diese Diskussion der vergangenen Monate in den USA ist hilfreich, um die erwarteten politischen Reaktionen besser einzuschätzen.

Das folgende Szenario beschäftigte in den letzten Monaten vor den aktuellen terroristischen Anschlägen die Amerikaner: Flugzeuge einer ausländischen Terrorgruppe sprühen über einem großen Bevölkerungszentrum der westlichen Welt einen dichten Nebel aus, der mit tödlichen Mikroben angereichert ist. Die Folgen sind nicht sofort spürbar, denn die Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen - genug Zeit für die Angreifer, über alle Berge zu verschwinden. Doch dann treffen die ersten Schwerkranken in den Notaufnahmen der Krankenhäuser ein. Innerhalb von Stunden oder Tagen ist das System überfordert: Tausende von Menschen sind schwer krank und drohen zu sterben, weitere Hunderttausende fürchten, sich bereits infiziert zu haben.

Diese Szene ist so wenig abwegig, daß die US-Regierung in Washington im laufenden Jahr 2001 allein schon umgerechnet 25 Milliarden Mark ausgibt, um vermeiden zu helfen, daß es eines Tages dazu kommt. Im Luftwaffenstützpunkt Andrews gab es im vergangenen Juni sogar eine Simulation, an der frühere und heutige Regierungsmitglieder teilnahmen: 20 Fälle von Pocken wurden in diesem simulierten Ernstfall in Oklahoma City auf mögliche Folgen untersucht, und es stellte sich heraus: In den gesamten USA existiert zur Zeit nur Impfstoff für 12 Millionen Menschen. Das makabere Planspiel führte bereits nach 2 Wochen zu 1.000 Toten und 15.000 weiteren Pockenfällen. Es gelang nicht im geringsten, die Krankheit an der Ausbreitung zu hindern. Hätte der Ernstfall wirklich stattgefunden, der Ausbruch hätte sich auf 25 Staaten ausgebreitet, mit 300.000 infizierten Menschen innerhalb von 2 Monaten. Frank Keating, Gouverneur des Bundesstaates Oklahoma, teilte mit, man sei für so etwas nur mangelhaft gerüstet.

Ob chemisch, nuklear oder biologisch: 40 verschiedene Behörden sind in den USA mit Bioterrorismus befasst. Drei Gesetzentwürfe werden im US-Kongress diskutiert, um den Ernstfall besser vorzubereiten. Mehrere Biotechnologie-Gesellschaften arbeiten an wirksameren Bekämpfungsmethoden.

Dr. Jürgen Konetschny | ots
Weitere Informationen:
http://www.medical-tribune.de
http://www.medical-tribune.de/020gesundheit_public/030mt_bericht/Bioterrorismus.html

Weitere Berichte zu: Ernstfall Oklahoma Simulation Szenario

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden
26.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie