Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftliche Einrichtungen verschaffen Hannover das Potenzial zu einem bedeutenden Life-Science

13.09.2001


15 000 Menschen in Biotechnologie oder Medizintechnik beschäftigt / hohe Publikationstätigkeit / Verzahnung der Medizin mit Ingenieurwissenschaften eröffnet hohes kommerzielles Potenzial

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, bescheinigen der Region Hannover große Potenziale in der modernen Biotechnologie und Medizintechnik. Sie untersuchten die niedersächsische Hauptstadt und verglichen den Standort mit anderen Regionen Deutschlands.

Demnach besitzt Hannover eine vorzügliche Ausgangsbasis. Ein Grund dafür sind die drei dort ansässigen Universitäten, ein Fraunhofer-Institut und mehrere Einrichtungen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, die sich jeweils intensiv mit der modernen Biotechnologie und der Medizintechnik beschäftigen. In der Region befinden sich zudem weit über 100 Unternehmen, die in der Biotechnologie oder Medizintechnik aktiv sind. Rund 15 000 Menschen sind direkt oder indirekt in diesen beiden Technologiebereichen beschäftigt. Davon arbeiten mehr als 2 000 wissenschaftlich. Das entspricht knapp drei Prozent der gut 500 000 Erwerbstätigen der Region.

Innerhalb der Biotechnologie liegt der Schwerpunkt der Unternehmensaktivitäten bei der Entwicklung von Diagnostika und Therapeutika sowie bei Bioinstrumenten. Eine relativ große Zahl der Unternehmen befasst sich zudem mit umweltbiotechnischen Methoden und Verfahren oder ist im Consulting tätig. Für die Unternehmen der Medizintechnik hat die Entwicklung und Herstellung von Implantaten, Prothesen und chirurgischen Instrumenten die größte Bedeutung.

Die Mehrzahl der in Hannover ansässigen Biotechnologieunternehmen ist klein oder mittelständisch strukturiert: rund drei Viertel der Firmen haben weniger als 50 Beschäftigte. Und obwohl viele der Unternehmens erst in den vergangenen Jahren gegründet wurden weisen sie ein zum Teil beachtenswertes Wachstum auf.

Beim Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland fällt die starke wissenschaftliche Basis der Region Hannover auf. Dies zeigt sich beispielsweise in einer deutlich höheren Publikationstätigkeit. Betrachtet man allerdings die Umsetzung des Wissens in kommerzielle Aktivitäten, so wendet sich das Bild. Hinsichtlich der Zahl angemeldeter Patente weist Hannover deutlich geringere Werte auf als die Vergleichsregionen. Das deutet auf ein relativ gering ausgeprägtes kommerzielles Verwertungsinteresse hin.

Das Angebot an geeigneten Arbeitskräften stellt dagegen bislang keinen gravierenden Engpass dar. Die Universitäten bilden jährlich eine hohe Zahl an qualifizierten Studentinnen und Studenten aus. Ein Mangel besteht allerdings bei speziellen Qualifikationen in der Bioinformatik und Genomanalyse sowie an praxiserfahrenen Managern.

Die von den Fraunhofer-Forschern ausgemachte Umsetzungs- und Kommerzialisierungslücke, führen die Wissenschaftler zum Teil auf eine zu geringe Zusammenarbeit der Medizinischen Hochschule mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und den Unternehmen der Region zurück. Seit langem beobachten die Wissenschaftler, dass sich marktfähige Innovationen besonders an den Stoßflächen von unterschiedlichen Forschungsgebieten herausbilden. Daher empfehlen die Fraunhofer-Experten die engere Verzahnung der Medizinischen Hochschule mit den an der Universität Hannover angesiedelten ingenieurwissenschaftlichen, verfahrenstechnischen, elektrotechnischen und materialwissenschaftlichen Disziplinen sowie die engere Zusammenarbeit mit den in der Region ansässigen Unternehmen.

Ferner ist nach Ansicht der Gutachter die Beseitigung des bestehenden Mangels an Laborflächen eine weitere Voraussetzung für die Expansion der bestehenden biotechnologie- und forschungsorientierten Medizintechnikunternehmen in Hannover. Aus diesem Grunde empfehlen sie beispielsweise den zügigen Ausbau des in Hannover ansässigen Medical-Parks.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Ecology Across Borders: International conference brings together 1,500 ecologists

15.11.2017 | Event News

Road into laboratory: Users discuss biaxial fatigue-testing for car and truck wheel

15.11.2017 | Event News

#Berlin5GWeek: The right network for Industry 4.0

30.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung