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Dialektforscher erstellen Datenbank für den "Bayerischen Sprachatlas"

18.07.2001


Bayerischer Sprachatlas. SUF: Sprachatlas von Unterfranken, SNOB: Sprachatlas von Nordostbayern, SMF: Sprachatlas von Mittelfranken, SNIB: Sprachatlas von Niederbayern, SBS: Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben, SOB: Sprachatlas von Oberbayern


Ausschnitt aus einem Fragebuch zur Dialekterfassung mit handschriftlichen Eintragungen in Lautschrift und zusätzlichen Kommentaren der Interviewerin.


An einem "Sprachatlas von Unterfranken" arbeiten die Dialektforscher von der Universität Würzburg schon seit geraumer Zeit. Jetzt richten sie unter der Leitung des Sprachwissenschaftlers Prof. Dr. Norbert Richard Wolf eine Datenbank ein, die den "Bayerischen Sprachatlas" aufnehmen soll.

Mit der Erstellung des "Bayerischen Sprachatlas" befassen sich derzeit fünf Universitäten im Verbund: die Uni Passau (Dialekte aus Ober- und Niederbayern), die Uni Augsburg (Bayerisch-Schwaben), die Uni Bayreuth (Nordostbayern) und die Uni Würzburg (Unterfranken).

Die Wissenschaftler haben in sehr großer Zahl Dialektdaten aus dem ganzen Freistaat erhoben. Diese Daten werden bislang von jeder Hochschule selbst verwaltet, und zwar in elektronischen Datenbanken und/oder in herkömmlichen Aktenordnern.

Prof. Wolf: "Was uns fehlt, ist eine gemeinsame Datenbank." Denn bereits jetzt bekommen alle beteiligten Universitäten zahlreiche Anfragen, zum Beispiel von Wissenschaftlern, Studenten, Fernseh-, Rundfunk- und Zeitungsredaktionen. Für solche und andere Anfragen müsse das Material immer noch von Hand zusammengetragen und ausgewertet werden - und das ist zeitaufwändig und fehlerträchtig. Dazu komme, dass bei Weitem nicht das ganze Material in den im Entstehen begriffenen Atlasbänden publiziert werden kann.

Darum wird nun eine Datenbank errichtet, in der alle Dialektdaten des "Bayerischen Sprachatlas" in einer organisierten Form erfasst und in der Folge weiter erforscht werden können. Die Datenbank soll auch für EDV- und Online-Recherchen zur Verfügung stehen.

In einem ersten Arbeitsschritt erfassen die Würzburger Sprachforscher zunächst die Daten, die noch nicht maschinenlesbar zur Verfügung stehen. Diese Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mitfinanziert.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Norbert Richard Wolf, T (0931) 888-5626, Fax (0931) 888-4616, E-Mail: 
nrwolf@germanistik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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