Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Lehrstuhl für Endokrinologie des Alterns an der Hamburger Universität

10.07.2001


Die in privater Initiative gegründete Leidenberger-Müller-Stiftung initiiert ein Verbundprojekt auf dem Gebiet der Altersforschung.

Die Vorgänge des Alterns beschäftigen den Menschen seit vielen Jahrtausenden. Die Zunahme der Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren bedeutet diesbezüglich eine verschärfte soziale und medizinische gesamtgesellschaftliche Herausforderung. In Zahlen: Während im Jahr 1900 die Lebenserwartung einer Frau bei 49 Jahren lag, ist sie jetzt auf über 80 Jahre angestiegen. Viele alters-assoziierte Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes, Arthrose haben hierdurch überproportional zugenommen. Bei der Entwicklung dieser Erkrankungen spielen Hormone, also Botenstoffe, eine entscheidende Rolle. Während für den Menschen des Mittelalters die Aussicht auf ein krankheitsfreies, selbstbestimmtes Alter noch Utopie war, wie die charakteristischen Jungbrunnenbilder zeigen, ergeben sich aktuell mit den Techniken der Biotechnologie und Molekularbiologie neue Möglichkeiten, deren Potential bisher nur in Ansätzen erfasst ist. Eines der ersten großen Vorhaben der privaten Leidenberger-Müller-Stiftung ist deshalb ein Verbundprojekt zur Erforschung von Alterungsvorgängen beim Menschen. Zusammen mit drei Arbeitsgruppen aus dem IHF - Institut für Hormon und Fortpflanzungsforschung an der Universität Hamburg (www.ihf.de) und acht Arbeitsgruppen aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf forschen weitere Gruppen aus Europa an diesem Projekt. "Es handelt sich hierbei um den ersten systematischen Versuch, die Biologie des Alterns der menschlichen Organe mit den modernsten Methoden der Molekularbiologie, der Zellbiologie und der Bioinformatik und mit Hilfe eines gemeinsam angewandten Prozess-Managements für alle beteiligten Wissenschaftsgruppen zu studieren.

Neue Präventionsmöglichkeiten, Therapien oder Medikamente könnten Alterungsvorgänge rückgängig machen oder verzögern. So ist es auch im Alter möglich, in Eigeninitiative ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen", sagt Prof. Leidenberger. Im Rahmen dieses Projektes hat die Leidenberger-Müller Stiftung dem Universitätsklinikum Hamburg 3 Millionen Mark über die Dauer von fünf Jahren für einen Lehrstuhl ´Endokrinologie des Alterns´ angeboten. Das Universitätsklinikum hat den Stiftungslehrstuhl angenommen; mit einer Besetzung ist in wenigen Monaten zu rechnen.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie begrüßt diese bedeutende Initiative eines ihrer Mitglieder und fordert ausdrücklich weitere Forschungsimpulse für die Endokrinologie des Alterns im Rahmen von DFG- und BMBF-Schwerpunktprogrammen. "Die zunehmende Ausdörrung der universitären Endokrinologien durch Schließung ganzer Abteilungen führt dazu, daß die deutsche Endokrinologie droht, international den Anschluss zu verpassen", sagt Prof. Martin Reincke, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. "Rasches Handeln ist hier notwendig, um die vorhandenen, exzellenten Forschungsgruppen zu stärken. Es kann nicht angehen, dass solche Impulse nur von privaten Stiftern wie Prof. Leidenberger und Dr. Müller ausgehen, hier sind die Universitäten, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefordert."

Pressestelle | ots
Weitere Informationen:
http://www.ihf.de

Weitere Berichte zu: Altern Arbeitsgruppe Hormon Verbundprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Fake News finden und bekämpfen
17.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie