Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Institut der Universität Mannheim erforscht ökonomische Konsequenzen der Alterung

28.06.2001


Das neugegründete Mannheim Research Institute for the Economics of Aging (MEA) erforscht die Folgen des demographischen Wandels für Arbeits-, Waren- und Kapitalmärkte und wird für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit beratend tätig sein.

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die tiefgreifenden Konsequenzen dieser Entwicklung untersucht künftig das neugegründete Mannheim Research Institute for the Economics of Aging (MEA). MEA nimmt am 2. Juli mit rund zwanzig Beschäftigten seine Arbeit auf. Das Institut - gegründet und geleitet von Prof. Axel Börsch-Supan - ist bundesweit einmalig in dreierlei Hinsicht: thematisch, organisatorisch und finanziell. Wichtige Aufgabe von MEA ist, aufbauend auf der wissenschaftlichen Analyse, die Beratungstätigkeit für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Die Einrichtung ist Bestandteil der Fakultät für Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim. Die Hochschule zählt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften zu den führenden Universitäten in Europa.
MEA wird die mikro- und makroökonomischen Aspekte des demographischen Wandels antizipieren und analysieren. Es untersucht beispielsweise, welche Auswirkungen die Änderung der Altersstruktur auf die Kapitalrenditeentwicklung in Deutschland hat.
Das Institut wird aus diesen Analysen empirisch fundierte Handlungsempfehlungen für die Wirtschaftspolitik ableiten. Die Arbeit des Instituts wendet sich daher in seiner Beratungstätigkeit an Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft und dient der Information der interessierten Öffentlichkeit.

MEA ist ein Joint Venture des Landes Baden-Württemberg und der Industrie. Zudem hat es ein erhebliches Drittmittelaufkommen seitens nationaler und internationaler Stiftungen. Alle Arbeiten von MEA verbinden wissenschaftliche Forschung und wissenschaftliche Beratung.
Nähere Informationen zu MEA sind in deutscher und englischer Sprache auf den MEA-Internetseiten verfügbar ( http://mea.uni-mannheim.de ).

Warum müssen wir die ökonomischen Auswirkungen des demographischen Wandels besser verstehen?
Der sich allmählich beschleunigende demographische Wandel gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen der nächsten Dekaden. Dies ist keineswegs eine neue Einsicht. Dennoch beschränkt sich die öffentliche Debatte ebenso wie die wissenschaftliche Forschung in Europa noch weitgehend auf die sozialpolitischen Konsequenzen, besonders auf das Finanzierungsproblem der staatlichen Rentenversicherungen. Der demographische Wandel wird jedoch auch einen tief liegenden makroökonomischen Strukturwandel hervorrufen, der alle zentralen Märkte - Arbeitsmarkt, Märkte für Waren und Dienstleistungen, sowie die Kapitalmärkte - beeinflussen wird.
Der Gründer und Förderer von MEA haben die Bedeutung dieses Themas und seine Dringlichkeit erkannt. Dieses neue Forschungszentrum in Deutschland wurde daher eingerichtet, um sozusagen im Tandem sowohl die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Systeme der sozialen Sicherung als auch seine makroökonomischen Wirkungen zu analysieren.

Aufbau und Arbeit des Instituts
MEA ist nicht nur in Bezug auf seine Forschungsausrichtung das erste Institut seiner Art in Deutschland, sondern auch ein Novum im Hinblick auf seine Finanierung. Das Finanzierungsmodell sieht eine Kofinanzierung zu jeweils einem Drittel seitens des Landes Baden-Württemberg, des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft und nationaler und internationaler Stiftungen, so z.B. der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der VW-Stiftung, des US-amerikanischen National Institute on Aging und des 5. Rahmenprogramms der Europäischen Union vor.
Das Institut zählt in etwa 20 Mitarbeiter, die in vier Fachbereichen tätig sind: Eine Forschungsabteilung befasst sich mit den sozialpolitischen Implikationen der Alterung, also Auswirkungen auf die Finanzierbarkeit und Ausgestaltung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungssysteme.
Ein zweiter Schwerpunkt der Arbeit von MEA liegt auf dem Sparverhalten der Haushalte. Zu wissen, wie und warum Haushalte sparen, ist unverzichtbar, um zu verstehen, wieweit die bestehenden sozialen Sicherungssysteme auf Eigenvorsorge umgestellt werden können. Unterstützend wirkt hier der Aufbau einer longitudinalen Datenbank, die Sparentscheidungen im Kontext des Lebensumfeldes erfasst.
Der dritte Forschungsbereich befasst sich mit den makroökonomischen Implikationen einer alternden Gesellschaft. Es werden in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Brookings Institution makroökonomische Modelle aufgebaut, um diese Auswirkungen zu simulieren und abzuschätzen. Angesichts des Globalisierungsprozesses wird der internationalen Verflechtung, z.B. den Kapitalströmen zwischen alternden und jungen Ländern, besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Im Rahmen des 5. EU-Rahmenprogramms wird in der vierten Forschungsabteilung das SHARE-Projekt, eine europaweite Umfrage zu Gesundheit und Lebensumständen im Alter entwickelt und durchgeführt. Das Pilotprojekt SHARE soll die Datengrundlage für eine verbesserte Forschung und Wirtschaftspolitik im Bereich der sozialen Sicherung und Altersvorsorge in der europäischen Union bilden. MEA leitet für diesen Zweck ein Konsortium von Forschern aus 12 verschiedenen EU-Nationen.

Internationale Kontakte und Kooperationen
Das Mannheim Research Institute for the Economics of Aging profitiert in seiner Arbeit von vielfältigen internationalen Kontakten und Kooperationen. MEA ist Mitglied in einem europaweiten interdisziplinären Forschungsnetzwerk zum Sparverhalten von Haushalten und arbeitet im Bereich des dritten Forschungsbereichs eng mit der US-amerikanischen Brookings Institution und dem National Bureau of Economic Research zusammen. Aufgrund dieses intensiven Wissenstransfers wird MEA in der Lage sein, auch international vergleichende Länderstudien durchzuführen, die wertvolle Ergebnisse für die Politikberatung liefern können.


Weitere Informationen:

Mannheim Institute for the Economics of Aging
Melanie Lührmann
Tel. + 49-621-181-18 62/18 64
melanie@econ.uni-mannheim.de

http://mea.uni-mannheim.de

Achim Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://mea.uni-mannheim.de

Weitere Berichte zu: Aging Alterung Economic MEA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie