Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Systemzuverlässigkeit ergänzt fortan den Institutsnamen des Fraunhofer LBF

04.10.2004


Akustik-Aquarium des Fraunhofer LBF


Funktionalität und Einsatzgebiete moderner Anlagen und Maschinen werden heute vielfach durch Sensorik, Aktorik, Regelungstechnik und Elektronik erweitert. Damit wird auch der Bedarf nach Aussagen zur ’Systemzuverlässigkeit’ solcher Anwendungen wachsen. Das Fraunhofer LBF widmet sich genau diesen aktuellen Themen und spiegelt dies inhaltliche Aufgabenerweiterung ab sofort auch im Namen wider: Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.


Nach 4-monatiger Deutschlandreise durch mehr als 30 Städte, kehrt das Akustik-Aquarium, der Beitrag des Fraunhofer LBF auf dem Ausstellungsschiff ’MS Technik’ zum Jahr der Technik, zurück an das Darmstädter Institut. Das Exponat demonstriert adaptive Lärmreduzierung mittels Piezomaterialien. Besondere Eigenschaft dieser Materialien: Sie wandeln Druck in elektrische Signale um, passen sich aufgrund ihrer funktionellen Materialeigenschaften und einer Regelungseinheit selbstständig auf Veränderungen im Umfeld an, und wirken so dem Schall entgegen. Damit dringt aus dem gläsernen Kasten fast kein Schall mehr nach außen, obwohl die Schallquelle im Inneren weiter Lärm produziert.

Funktionalität und Einsatzgebiete moderner Anlagen und Maschinen werden heute vielfach durch Sensorik, Aktorik, Regelungstechnik und Elektronik erweitert. Damit wird auch der Bedarf nach Aussagen zur ’Systemzuverlässigkeit’ solcher Anwendungen wachsen. Das Fraunhofer LBF widmet sich genau diesen aktuellen Themen und spiegelt dies inhaltliche Aufgabenerweiterung ab sofort auch im Namen wider: Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.


Forschung und Entwicklungsarbeiten zum Thema Adaptronik werden zur Zeit in zehn Fraunhofer Instituten erarbeitet und unter der Leitung des Fraunhofer LBF im Themenverbund Adaptronik gebündelt. Ziel ist es kommerzielle Anwendungen zu beschleunigen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette FuE Dienstleistungen anbieten zu können.

Viele Unternehmen nutzen dieses Know-how: So entwickelte u.a. VW im BMBF-Leitprojekte Adaptronik ein lärmreduziertes PKW-Dach und DaimlerChrysler einen adaptiven Radschwingungsdämpfer für den ICE.

"Durch eine Reihe von Projekten wurden inzwischen die Grundlagen und Anwendungen für eine ganz neue Werkstoffgeneration geschaffen", fasst Prof. Holger Hanselka, Institutsleiter am Fraunhofer LBF, zusammen, "die ein großes wirtschaftliches Potenzial für Branchen der Automobil-, Bahn-, Luft- und Raumfahrtindustrie, Medizintechnik, Optik und des Maschinenbaus bietet. Das sind die technologiebestimmenden Innovationsträger in Deutschland."

Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen zum Jahr der Technik in Darmstadt wird das Fraunhofer LBF weitere Ergebnisse anwendungsorientierter FuE-Dienstleistungen präsentieren.

Mit Sicherheit innovativ - Der Begriff der Betriebsfestigkeit entstand in den 30er Jahren in Darmstadt. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Konstruktion oder eines Bauteils, während des Betriebs zufallsartig auftretende zyklische, quasistatische und schlagartige Belastungen über einen definierten Einsatzzeitraum zu ertragen. Nur dadurch ist es möglich, Hochleistungsprodukte unter dem Aspekt des Leichtbaus zu realisieren. Nach dem ersten Betriebsfestigkeitsversuch und der späteren Gründung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit wurde der Grundstein für den folgenden wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Ausbau dieser Querschnittswissenschaft im Fraunhofer LBF gelegt. Sie beeinflusste die gesamte deutsche, europäische und amerikanische Fahrzeug- und Flugzeugindustrie sowie ihre Zulieferer. Mit über 130 Mitarbeitern sowie hochmoderner Ausstattung der Labors und Versuchshallen, Auf mehr als 12 000 qm, wird neben dem einzigartigen realen Prüffeld des Fraunhofer LBF auch ein virtuelles Test Lab eingesetzt. Jedem Kunden werden so individuelle Lösungen zur Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit geboten. Von der Idee bis zur Produkt- und Serienreife ist das Fraunhofer LBF damit kompetenter Partner entlang des gesamten Forschungs- und Entwicklungsprozesses.

Anke Zeidler-Finsel | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie