Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Polarstern" kommt nach Hause

06.06.2001


Am 5. Juni kommt der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" nach achtmonatiger Expedition aus den Gewässern des Südpolarmeers nach Bremerhaven zurück.
Am 16. Juni lädt das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) zu einem Tag der offenen Tür auf seinen Forschungsschiffen Polarstern, Heincke und Uthörn ein.



Aufregende Monate haben die "Polarstern" und ihre Besatzungen hinter sich gebracht. Das Forschungsschiff verließ am 30. September des vergangenen Jahres die heimischen Gewässer Richtung Kapstadt, um in den folgenden Monaten zwischen Kapstadt, Punta Arenas am südlichen Ende Südamerikas und dem antarktischen Kontinent vielfältige biologische, geologische und ozeanographische Forschungsaktivitäten zu ermöglichen.

Meteoritengestein und riesige Algenblüte
Zu den wissenschaftlichen Höhepunkten der vergangenen acht Monate zählen besonders die experimentelle Erzeugung einer 500 Quadratkilometer großen Algenblüte. Das sogenannte EISENEX-Projekt, dass in den stürmischen Gewässern des Ringstroms um die Antarktis, 1500 Kilometer südlich von Afrika durchgeführt wurde, hat bestätigt, dass allein Eisenmangel die Vermehrung der dortigen Algen begrenzt. Diese Information ist für die Analyse globaler Klimaveränderungen von großer Bedeutung. Die Suche nach den Spuren eines vor 2,2 Millionen Jahren in das Bellingshausenmeer gestürzten, etwa ein Kilometer großen Asteroiden, wurde im März diesen Jahres erfolgreich abgeschlossen. Es gelang den Wissenschaftlern Bruchstücke des Asteroiden aus dem Meeresboden zu bergen. Die Größe und Verteilung der Fundstücke erlaubt eine Rekonstruktion der Asteroidengröße und der Folgen des Einschlags, der enorme Flutwellen ausgelöst hat. Bei den Forschungsfahrten westlich der antarktischen Halbinsel wurden die Forscher von rot gefärbtem Seewasser überrascht, dass durch enorme Mengen der dort angetroffenen rötlichen Krilllarven zustande kam.

Versorgung der Neumayer- und Kohnen-Station
Jedes Jahr versorgt die "Polarstern" die Neumayer-Station auf dem Schelfeis des antarktischen Kontinents mit notwendigen Lebensmitteln, Bau- und Forschungsmaterial. An Bord gehen die neun "Überwinterer", welche die letzten neun Monate abgeschieden von der Außenwelt in der Forschungsstation gearbeitet haben. In diesem Jahr brachte das Schiff außerdem etliche Wissenschaftler des EPICA-Projekts (European Project for Ice Coring in Antarctica) in die Antarktis, die 560 Kilometer südlich der Neumayer-Station eine 2.750 Meter tiefe Eisbohrung zur Erforschung der klimatischen Verhältnisse der vergangenen 500.000 Jahre durchführen. Die im Januar 2001 eingeweihte Kohnen-Station wird in den kommenden fünf Jahren bis zu 20 Forscher beherbergen. EPICA gilt als wichtigstes antarktisches Forschungsprojekt im Jahr 2001.

Ein stolzes Schiff
Die von der Stiftung AWI betriebene "Polarstern" ist seit ihrer Indienststellung 1982, mit einer Gesamtlänge von 118 Metern, einem Leergewicht von fast 12.000 Tonnen, 44 Besatzungsmitgliedern und über 50 Wissenschaftlerplätzen, einer der bedeutendsten Forschungseisbrecher weltweit. Das Schiff wird am 19. Juni von Bremerhaven aus zu seiner siebzehnten Arktisexpedition aufbrechen.

Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw

Weitere Berichte zu: Antarktis Forschungsschiff Kontinent Neumayer-Station

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie