Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanokapseln eröffnen neue Wege für den Wirkstofftransport im Körper

03.06.2004


Volkswagenstiftung bewilligt 1,4 Mio. Euro für Nanotechnologie-Projekte am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam


Abb.: Fluoreszenzmarkierte Mikrokapseln (5 Mikrometer Durchmesser) in der Nähe des Kerns einer Brustkrebszelle.
Bild: MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung



Zwei der drei von der Volkswagenstiftung in diesem Jahr geförderten Vorhaben im Bereich der interdisziplinären Nanotechnologie gehen an den Wissenschaftsstandort Potsdam. In den beiden Projekten am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung geht es um den verbesserten medizinischen Einsatz von Nanokapseln für den kontrollierten Transport von Medikamenten zu erkrankten Organen bzw. Zellen. Dank jahrelanger Forschung ist es heute möglich, Substanzen wie beispielsweise Insulin mit Hilfe von Nanopartikeln bis zu ihrem ganz spezifischen Wirkort in der Zelle zu bringen, da sie aufgrund ihrer geringen Größe auch die Zellmembran durchdringen können.



Ob hautstraffende Pflegelotionen, selbsttönende Brillengläser, schmutzabweisende Sanitärkeramik oder kratzfeste Kunststoffe - die Entwicklung neuer Materialien und Technologien ist dank der Nanowissenschaften auf einem unaufhaltsamen Vormarsch. Bessere Umwelt- und Bioverträglichkeit sowie geringerer Rohstoff- und Energieverbrauch sprechen dabei für sich selbst. So ist es auch nicht verwunderlich, dass weltweit die Erforschung von Strukturen kleiner als 100 Nanometer so intensiv gefördert wird, wie derzeit kaum ein anderer wissenschaftlicher Bereich.

Zwei der drei von der Volkswagenstiftung in diesem Jahr geförderten Vorhaben im Bereich der interdisziplinären Nanotechnologie gehen an den Wissenschaftsstandort Potsdam. In den beiden Projekten am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung geht es um den verbesserten medizinischen Einsatz von Nanokapseln für den kontrollierten Transport von Medikamenten zu erkrankten Organen bzw. Zellen. Dank jahrelanger Forschung ist es heute möglich, Substanzen wie beispielsweise Insulin mit Hilfe von Nanopartikeln bis zu ihrem ganz spezifischen Wirkort in der Zelle zu bringen, da sie aufgrund ihrer geringen Größe auch die Zellmembran durchdringen können.

Das Forscherteam um Markus Antonietti und Stephan Förster (Institut für Physikalische Chemie der Universität Hamburg) konzentriert sich in seinem Projekt auf die Entwicklung neuartiger Polymervesikel, die zukünftig als vielseitige Trägersysteme eingesetzt werden sollen. Mit Hilfe dieser sich selbst organisierenden Materialien können Wirkstoffe und sogar Gene in Zellen kontrolliert freigesetzt werden. Die Forscher versuchen Antworten auf noch offene Schlüsselfragen im Bereich der nicht-viralen Wirkstoff-Transport-Systeme zu finden. Denn in der Krebstherapie ist es bislang nur unter Zuhilfenahme von gentechnisch veränderten Viren möglich, Gene in Tumorzellen zu befördern.

Im Vorhaben der Wissenschaftler um Gleb Sukhorukov dreht sich alles um die Herstellung multifunktionaler Polymerkapseln, die Enzyme einschließen, um ungiftige Vorstufen von Medikamenten zu wirksamen Arzneimitteln zu transferieren. Diese so genannten Nanocontainer ermöglichen sowohl die enzymatische Katalyse und kontrollierte Freisetzung von verkapselten Chemikalien als auch den zielgerichteten Transport von pharmazeutisch wirksamen Substanzen. Darüber hinaus sollen diese Nanocontainer über angelegte Magnetfelder extern gesteuert werden, um so die direkte Zufuhr von Kapseln in Gewebebereiche oder spezielle Zellkompartimente gewährleisten zu können.

Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Frau Katja Schulze
Tel.: +49 (0)331 567-9203
Wissenschaftspark Golm, Am Mühlenberg 1
D-14476 Potsdam
katja.schulze@mpikg-golm.mpg.de

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/

Weitere Berichte zu: Insulin Kolloid Medikament Nanocontainer Nanokapsel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten