Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf neuen Pfaden in die Zukunft des Supercomputings:HLRS und NEC testen Mikroprozessortechnologie

16.05.2001


Das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) und die Firma NEC European Supercomputer Systems wollen gemeinsam das Potential der neuen Intel-Prozessoren (Codename Itanium) für den Einsatz in der technischen
Simulation ausloten. Dazu wurde ein dreijähriger Kooperations- und Forschungsvertrag geschlossen, der die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich des Supercomputing fortsetzt. Das HLRS wird den Prototypen einer neuen Produktlinie von NEC (Codename Azusa) testen, der auf einer 64 Bit Architektur aufsetzt, mit 16 Itanium Prozessoren bestückt ist und 32 Gigabyte Hauptspeicher hat. Mit dem Modell Azusa soll der Einstieg in die Mikroprozessortechnologie im Bereich des Supercomputing erprobt werden. Langfristig können solche Systeme die herkömmlichen Vektorcomputer ergänzen und in einigen Bereichen sogar gänzlich verdrängen.

Die Stuttgarter Wissenschaftler werden ihr gesamtes Know-how aus der täglichen Kooperation mit Industrie und Forschung einbringen, um das erste und derzeit einzige
System dieser Klasse in Europa auf Herz und Nieren zu prüfen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Potential dieser Architektur voll auszuschöpfen und dabei die Bedürfnisse der Endkunden schon frühzeitig bei der Konzeption zukünftiger Rechnerinstallationen zu berücksichtigen. Beide Partner erwarten von dieser Kooperation einen Zugewinn an Information und ein besseres Verständnis des Potentials der neuen Mikroprozessor-Architektur, die zunehmend auch den Markt im Supercomputing bestimmen wird.

Vor allem im Bereich der Übertragungsgeschwindigkeit zwischen dem Prozessor und dem Hauptspeicher hat diese Technologie gegenüber traditionellen Vektorrechnern jedoch noch aufzuholen. Ein intelligenter Umgang mit den Daten kann hier ausgleichend wirken, vorausgesetzt, die entsprechenden Compiler spielen mit. Eine zentrale Aufgabe der Kooperation am HLRS wird daher die Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Compilern auf dem Mikroprozessor-System sein.
"Der nächste Höchstleistungsrechner in Baden-Württemberg könnte ein großer Cluster von Tausenden von Mikroprozessoren sein", sagt der Leiter des HLRS, Michael Resch. Mit dem Itanium-Prozessor stehe jetzt ein Mikroprozessor zur Verfügung, der die benötigte hohe Leistung für Forschung und Industrie zu einem vergleichsweise niedrigen Preis liefern könnte. Die herkömmlichen Prozessoren konnten für sehr viele Anwendungen diese Anforderungen noch nicht erfüllen. Damit könnte das Supercomputing erstmals massiv von den großen Stückzahlen im Massenmarkt profitieren. "Durch die Kooperation mit NEC erhalten wir einen sehr frühen Zugang zu dieser Technologie, die zukünftige Supercomputerarchitekturen auch am HLRS bestimmen könnte", vermutet Resch.
Das Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS) an der Universität Stuttgart versorgt bundesweit Institutionen aus Lehre und Forschung sowie externe und industrielle Partner mit Services und Rechenleistung für technische und wissenschaftliche Anwendungen. Die Kernkompetenz des HLRS liegt im Bereich der Simulationstechnik.
Kontakt: Michael Resch, Allmandring 30, 70550 Stuttgart, Tel.: 0711/685-5834
E-Mail: resch@hlrs.de

Dr. Ulrich Engler | idw

Weitere Berichte zu: HLRS Hauptspeicher NEC Prozessor Supercomputing

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten