Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklungsperspektiven von Arbeit

17.05.2001


Wie und mit welchen Auswirkungen vollzieht sich der Strukturwandel von Arbeit in modernen Gesellschaften? Mit welchen Konsequenzen hat sich das Verhältnis von Berufstätigkeit und privater Lebensführung verändert?
Was zeichnet "neue" gegenüber "alten" Berufen aus? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt des Sonderforschungsbereichs "Entwicklungsperspektiven von Arbeit", eingerichtet an der Ludwig Maximilians-Universität München, der in den Jahren 1986 bis 1996 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert worden ist. Anlass für die Gründung und Förderung des Sonderforschungsbereichs war es, dass seit dem Beginn der achtziger Jahre zunehmende Zweifel an der Tragfähigkeit der bisherigen Annahmen und Konzepte zu Arbeit in der Industriegesellschaft laut wurden

Der Sonderforschungsbereich hat trotz eines damals ausgesprochen diffus-unsicheren Forschungs- und Diskussionsstandes sehr frühzeitig diese Zweifel aufgegriffen und die Frage nach neuen Entwicklungen der Berufs- und Arbeitswelt im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Strukturen und individuellen Lebensumständen ins Zentrum seines Forschungsprogramms gerückt. In einem jetzt von der DFG herausgegebenen Sammelband berichten die beteiligten Soziologen, Politikwissenschaftler, Arbeitsökonomen sowie Sozial- und Organisationspsychologen der Universität und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. - zumeist anhand konkreter Beispiele - über die Ergebnisse ihrer Forschungen.

Die Beiträge aus den acht Teilprojekten, die zeitweise noch durch drei ostdeutsche Partnerprojekte ergänzt wurden, lassen sich unter drei großen Themen zusammenfassen:

1. In der Bedeutung von Erwerbsarbeit für die Menschen zeichnet sich ein tiefgreifender Wandel ab, der mit Schlagworten wie Flexibilität, Arbeitskraftunternehmen, Patchwork-Biografien umschrieben werden kann. Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die Identitätsbildung und die Organisation der alltäglichen Lebensführung der Menschen und die Beschäftigungspolitik der Arbeitgeber?

2. Viele neue Entwicklungen legen es nahe, von einer "Rückkehr des Menschen in die industrielle Produktion" zu sprechen. Welche Rolle kann und soll menschliche Arbeitskraft in hochtechnisierten Prozessen spielen und was muss getan werden, damit die Beschäftigten hierzu in der Lage sind?

3. Neue Unternehmensstrategien und Organisationsmodelle erzeugen neuartige Qualifikationsanforderungen; zugleich werden auch Leistungspotenziale sichtbar, die es in dieser Form bisher kaum gab. Führt dies bereits zur Entstehung neuer Berufe?

Rückblickend ziehen die Wissenschaftler eine sehr positive Bilanz. Die Bedeutung vieler Tendenzen und Zusammenhänge, die der Sonderforschungsbereich schon in der Mitte der achtziger Jahre in das Zentrum seiner Arbeit rückte, ist heute evident. Ursprünglich im Sonderforschungsbereich entwickelte Konzepte, Thesen und Theoreme - wie: Patchwork-Identität, partizipative Innovation, Erfahrungswissen und erfahrungsgeleitetes Arbeitshandeln - sind inzwischen selbstverständlicher Bestandteil der Diskussion. Viele Erkenntnisse sind längst in die Praxis von Berufsbildung, Personalwirtschaft, industrieller Organisation oder Pflegetätigkeit eingeflossen.

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Entwicklungsperspektiven von Arbeit
Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich 333 der Universität München.
Hrsg. Von Burkart Lutz, Berlin 2001, Akademie Verlag, 389 S., Preis DM 98,00.

Hinweis für Redaktionen:
Redaktionen können bei nachgewiesenem Bedarf ein kostenloses Rezensionsexemplar beim Pressereferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Tel.: 0228/885-2210 oder Fax: 0228/885-2180, anfordern.

Dr. Rembert Unterstell | idw

Weitere Berichte zu: Entwicklungsperspektive Lebensführung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Multidisziplinäre Studie regt neue Strategie zur Medikamentenentwicklung an
15.01.2018 | Heidelberger Institut für Theoretische Studien gGmbH

nachricht Interaktionen zwischen einfachen molekularen Mechanismen führen zu komplexen Infektionsdynamiken
09.01.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen im Quantenlabor

19.01.2018 | Physik Astronomie

Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten

19.01.2018 | Biowissenschaften Chemie