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Verlässliche Prognosen zur Lebensdauer von Reaktorkomponenten: Augsburger Beteiligung an PERFECT

31.03.2004


28 Partner aus Forschung und Industrie suchen in 12 Ländern nach optimalen numerischen Simulationswerkzeugen



Über Prof. Dr. Ferdinand Haider (Metallphysik/physikalische Chemie) ist die Universität Augsburg an dem von Electricité de France (EDF) koordinierten europäischen Forschungsprojekt PERFECT beteiligt. Ziel dieses Projekts ist es, neue numerische Simulationswerkzeuge zu entwickeln, mit denen Abläufe, die in den Materialien von Kernreaktoren stattfinden, in ihrer zeitlichen Dimension mit erhöhter Genauigkeit vorhergesagt werden können.



Insbesondere geht es darum, durch numerische Simulation zu verlässlichen Aussagen über die voraussichtliche Lebensdauer einzelner Komponenten von Kernreaktoren zu gelangen. In die Aufgabe, hierfür entsprechende Simulationswerkzeuge zu entwickeln, bezieht PERFECT alle an der Kernindustrie und der Kernforschung beteiligten Akteure ein: Die enge Zusammenarbeit von einschlägigen Forschungsinstituten, Anlagenbauern, Stromversorgern und Sicherheitsbehörden soll sicherstellen, dass bei der Entwicklung der Werkezeuge und bei ihrer Bewertung alle unter verschiedensten Blickwinkeln relevanten Kriterien zur Geltung kommen.

Der Beitrag, den Haiders Augsburger Arbeitsgruppe innerhalb des PERFECT-Konsortiums leistet, besteht in der Entwicklung eines Computercodes, der die elastischen Relaxationen bei Phasenumwandlungen und Segregationsvorgängen in Reaktorstählen berücksichtigt. Hierbei geht es um eine Modifizierung der "Monte-Carlo-Methode", eines Standardverfahrens, das es erlaubt, auf atomarer Skala den Ablauf von Phasenumwandlungen nachzubilden, bei dem in seiner bisherigen Form Einflüsse der Elastizität allerdings meist vernachlässigt werden, was realistische Vorhersagen erschwert.

Die insgesamt 28 Projektpartner - 16 Universitäten und 12 weitere Organisation aus dem Bereich der Kernforschung - verteilen sich auf Belgien (3), Deutschland (3), Finnland (1), Frankreich (5), Großbritannien (4), die Niederlande (1), Schweden (1), die Schweiz (1), die Slowakei (1), Spanien (4), die Tschechische Republik (2) und Ungarn (2). Zur Erfüllung ihres Forschungsauftrags stehen den PERFECT-Forschern in den kommenden vier Jahren insgesamt 18 Millionen Euro zur Verfügung, von denen 7,5 Millionen von der EU-Kommission im Rahmen des 6. Rahmenprogramms EURATOM bereitgestellt werden.

Auf deutscher Seite sind neben der Universität Augsburg die Framatome ANP GmbH, Erlangen, und das Forschungszentrum Rossendorf, Dresden, an PERFECT beteiligt.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Ferdinand Haider
Institut für Physik der Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-3313
ferdinand.haider@physik.uni-augsburg.de

ZUM GESAMTPROJEKT:
Maryse Lelarge
Telefon +33 (0) 1 40 42 22 55
maryse.lelarge@edf.fr

Klaus P. Prem | idw

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