Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues EDV-Verfahren misst Führungskompetenzen

06.11.2003


Wie Führungskräfte sich in bestimmten Situationen verhalten sollen, regelt das so genannte Kompetenzmodell eines Unternehmens: Der Grad an Übereinstimmung zwischen dem Verhalten eines Mitarbeiters und diesen Leitlinien ist ein entscheidendes Kriterium für Beförderung oder Weiterqualifizierung. Bisherige psychologische Testverfahren waren jedoch nicht in der Lage, dies zu messen - vor allem auf Grund kultureller Unterschiede in verschiedenen Ländern. Psychologen der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Heinrich Wottawa haben nun ein Konzept entwickelt, das dieses Problem löst.


Jedes größere Unternehmen hat ein so genanntes Kompetenzmodell: Wie Führungskräfte sich in bestimmten Situationen verhalten sollen, egal ob in Polen oder Spanien, regeln diese Leitlinien. Der Grad an Übereinstimmung zwischen dem Verhalten eines Mitarbeiters und diesen Leitlinien ist ein entscheidendes Kriterium für Beförderung oder Weiterqualifizierung. Bisherige psychologische Testverfahren waren jedoch nicht in der Lage, dies zu messen - vor allem auf Grund kultureller Unterschiede in verschiedenen Ländern. Psychologen der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Heinrich Wottawa haben nun ein Konzept entwickelt, das dieses Problem löst.
Vorstellung auf der AssessCon

Auf dem AssessCon-Kongress in Köln (3. und 4.11.2003) stellten die Bochumer Psychologen diesen Ansatz zum ersten Mal öffentlich vor. Unternehmen, zum Beispiel die Basler Versicherung, haben bereits ihr Interesse bekundet, die Methodik in der Personalentwicklung einzusetzen.

30 Alltagssituationen bewerten

Das Verfahren eignet sich nur für berufserfahrene Mitarbeiter, die bereits eine Führungsposition haben oder anstreben: Ob die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter für eine entsprechende Qualifizierung geeignet ist, lässt sich einfach am Arbeitsplatz via Internet testen. Die Interessenten müssen je nach Anwendung etwa 30 Situationen aus dem Arbeitsalltag bewerten, dafür können sie zwischen jeweils zwei bis fünf Verhaltensoptionen wählen. Aus den Antworten erstellt das Programm eine vollautomatische Interpretation. Diese kann je nach Zielsetzung des Unternehmens gestaltet und per E-Mail an unterschiedliche Adressaten, z. B. an den Mitarbeiter, seinen Vorgesetzten oder an den zuständigen Personalentwickler geschickt werden.

Neuer Ansatz hilft beiden Seiten

Die ausführliche Ergebnisauswertung zeigt genau, inwieweit das Verhalten eines Mitarbeiters mit den Kompetenzanforderungen des Unternehmens korrespondiert. "Unser Ansatz ist neu, weil wir das Kompetenzmodell eines Unternehmens als Grundlage nehmen", sagt Prof. Dr. Heinrich Wottawa. "Und es ist treffsicher, weil es genau auf die spezifischen Bedürfnisse des Kunden abgestimmt ist: Die Vertreter des Unternehmens bestimmen, welches Verhalten für ihr Unternehmen richtig oder falsch ist." Wottawa erklärt, dass das neue Verfahren beiden Seiten hilft: "Der Mitarbeiter erhält eine Auswertung seiner Führungskompetenzen, über Stärken und Schwächen seines Verhaltens. Und für das Unternehmen ist das Verfahren eine Hilfe, die eigenen Führungsleitlinien im Betrieb zu verankern und durchzusetzen."

Individuelle Entwicklungsmaßnahmen

Ein erstes Instrument auf dieser methodischen Grundlage haben die Bochumer Psychologen nun für den Automobilzulieferer "GKN Driveline" entwickelt: "PoLAR" unterstützt die internationale Personalentwicklung des Unternehmens. Die Auswertung der Ergebnisse kann zunächst nur der zuständige Personalentwickler einsehen, der dann ein Beratungsgespräch mit dem Mitarbeiter führt. Mitte Oktober wurden bereits die Personalentwickler im Umgang mit dem Testverfahren und der Auswertung geschult. Inzwischen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des internationalen Konzerns von ihrem Arbeitsplatz aus auf PoLAR zugreifen und sich ihr persönliches Kompetenzprofil erstellen lassen. "Wir hoffen, dass wir mit diesem Instrument den Teilnehmern ein Feedback geben können, damit sie sehen, wo sie stehen", sagt Martina Dietrich, Human Resources Managerin bei GKN. "Das Verfahren zeigt ihre Kompetenzen auf und ermöglicht uns, individuell passende Entwicklungsmaßnahmen mit Ihnen zu besprechen."

Weitere Informationen

Prof. Dr. Heinrich Wottawa, Arbeitseinheit Methodenlehre, Diagnostik und Evaluation der Fakultät für Psychologie der RUB, GAFO 04/619, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22676, Fax: 0234/32-14564, E-Mail: heinrich.wottawa@rub.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie