Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berufliche Neuorientierung im Vorfeld von Entlassungen

12.12.2000


Institut Arbeit und Technik untersuchte Modelle für die Verzahnung von betrieblicher Personalpolitik und öffentlicher Arbeitsmarktpolitik

Bei drohendem Personalabbau geht es heute immer dringlicher um neue Modelle, die statt spendabler Abfindungen und Entlassungen in Arbeitslosigkeit neue Beschäftigung fördern und sowohl zwischen den betrieblichen Sozialpartnern konsensfähig als auch arbeitsmarktpolitisch sinnvoll erscheinen. Ziel ist, Arbeitslosigkeit im Zuge von Entlassungen erst gar nicht entstehen zu lassen, sondern die Betroffenen bereits im Vorfeld in neue Beschäftigung auf dem externen Arbeitsmarkt zu bringen. Das Institut Arbeit und Technik untersuchte exemplarisch anhand von drei Fallstudien, wie "proaktive" und betriebsnahe Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Neuorientierung und Mobilität ausgestaltet werden können.

Der Forschungsbericht wertet die Erfahrungen mit Personalabbau aus, die mit dem Zentrum für Arbeit und Beschäftigung (ZAB) der Case Germany GmbH in Neuss, bei der Stillegung der Zeche Sophia Jacoba in Hückelhoven sowie der Offenen Arbeitsstiftung Steyr in Österreich gemacht wurden. Alle drei Projekte - mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen - hatten zum Ziel, die im Rahmen von Personalabbau zu entlassenden Arbeitnehmer in den externen Arbeitsmarkt einzugliedern. Das sollte durch eine Verzahnung von betrieblicher Personalpolitik und öffentlicher Arbeitsmarktpolitik sowie die Aktivierung von Sozialplänen erreicht werden.

Die Wiedereingliederungsergebnisse zeigen für die Arbeitsstiftung Steyr und die Zeche Jacoba, wo Weiterbildungsmaßnahmen und die Gemeinschaftsinitiative Übergänge auf den externen Arbeitsmarkt erheblich förderten, gute Erfolge. Im Gegensatz hierzu erscheint die Arbeitslosenquote von 60 Prozent unter den ehemaligen Case-Beschäftigten sehr hoch, ist jedoch u.a. darauf zurückzuführen, dass viele Betroffene aufgrund ihres Alters, ihrer niedrigen Qualifikation oder mangelnder Sprachkenntnisse zu den Benachteiligten auf dem Arbeitsmarkt zählen. Zudem hatte Case - auch mittels finanzieller Anreize - frühzeitige Austritte aus dem Unternehmen während der Stillegungsphase verhindern wollen. Die vorrangige Förderung der "Beschäftigungsfähigkeit" - Qualifizierungsmaßnahmen waren im Stillegungssozialplan von Case nicht vorgesehen - reichte in diesem Fall nicht aus.

Die Ergebnisse der Fallstudien zeigen, dass unterschiedliche Ausgangslagen, Beschäftigtenstrukturen und arbeitsmarktliche Instrumente Einfluss auf die Chancen der Wiedereingliederung haben. "One best way" gibt es nicht, für jeden Fall muss der eigene Weg gefunden werden.

Josef Muth (2000): "Berufliche Neuorientierung im Vorfeld von Entlassungen"
Die Studie kann beim Institut Arbeit und Technik, Abteilung Veröffentlichungen, zum Preis von 10 DM bestellt werden. Der Text steht auch unter www.iat-info.iatge.de als PDF-Datei zum Herunterladen kostenlos zur Verfügung.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Josef Muth
Tel.: 0209/1707-123

Claudia Braczko
Tel.: 0209/1707-176

Claudia Braczko | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise