Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bonner beim InnoNet-Ideenwettbewerb erfolgreich

19.12.2000


Biologie und Kunststoffe - zwei Welten prallen aufeinander

Kunststoffabfälle tragen nicht gerade zur Verschönerung der Landschaft

bei. Die Überreste von manchem Gelage im Grünen kann man zum Leidwesen von Spaziergängern und Umweltschützern noch Jahre später unversehrt wiederfinden. Aber des einen Leid ist wie so oft des anderen Freud: Gerade die Stabilität von Kunststoff macht sich eine Arbeitsgruppe um Dr. Michael Keusgen vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn seit vier Jahren zunutze. Die Bonner Forscher schaffen neue Kombinationen von biologischen und künstlichen Materialien. Ihr neuestes Projekt: die Entwicklung eines Hochleistungsmessgeräts für genetische Analysen, die in den nächsten drei Jahren mit vier Millionen Mark gefördert werden wird - davon stammt etwa die Hälfte aus öffentlichen Mitteln, den Rest stellen die beteiligten Unternehmen bereit.

Ziel des Projekts ist es, biologische Organismen wie beispielsweise Bakterien mit genanalytischen Methoden zu identifizieren. Dazu müssen die Proben zunächst filtriert werden, um die zu analysierenden Zellen anzureichern. Hier bringt Dr. Keusgen seine Erfahrung ein: Herzstück des Prototyps ist nämlich eine Kunststoffröhre, die mit biologisch aktiven Substanzen beschichtet ist. Bakterien bleiben auf der Oberfläche haften und werden so angereichert; dadurch wird eine größere Empfindlichkeit des Systems erzielt. Das Analysegerät soll später in der Medizin, im Pharma- und im Lebensmittel-Sektor zum Einsatz kommen.

An dem Verbundprojekt nehmen neben dem Bonner Forscherteam auch andere Hochschulforscher und sechs Biotechnologie-Firmen aus dem Köln-Bonner Raum teil. Sie gelangten mit ihrem Vorhaben beim InnoNet-Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft nach einem harten Auswahlverfahren unter die Top 20. Insgesamt waren fast 300 Projektskizzen eingereicht worden.

Vor vier Jahren hatte Dr. Keusgen damit begonnen, biologische Materialien auf Kunststoffe "loszulassen". Als Kunststoff wählte man damals Teflon - bekannt als Antihaftbeschichtung von Bratpfannen. Inzwischen konnten die Bonner Forscher zeigen, wie Teflon mit Proteinen, Zuckern und Enzymen dauerhaft und zuverlässig beschicht werden kann. Praxistauglichkeit haben diese Verbindungen bereits gezeigt: So wurden sie in einen Biosensor eingebaut, der zur Bestimmung des Wirkstoffs "Alliin" in Knoblauch eingesetzt wird.


Ansprechpartner: PD Dr. Michael Keusgen, Institut für Pharmazeutische Biologie, Telefon: 0228/73-2676; Telefax: 0228/73-3250, E-Mail: M.Keusgen@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw

Weitere Berichte zu: Biologie InnoNet-Ideenwettbewerb Kunststoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise