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Körperkult und Leidensdruck - Schönheit und Schlankheit haben ihren Preis

18.12.2000


Die meisten Männer und Frauen sind weitgehend mit ihrem Aussehen zufrieden . Allerdings leiden jede vierte Frau und fast jeder fünfte Mann unter den gesellschaftlichen Ansprüchen, hübsch und schlank sein zu
müssen. Das hat die Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität in Landau ermittelt.

Makellose Schönheit und Schlankheit sind gesellschaftliche Ideale, denen nur wenige Frauen und Männer entsprechen. Die Messlatte der Ansprüche wird sehr hoch angesetzt. Prof. Dr. Norbert Kluge und Dr. Marion Sonnenmoser von der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität in Landau wollten daher wissen, was in einer Gesellschaft geschieht, deren Normen auf ein offensichtlich unrealistisches äußerliches Erscheinungsbild fixiert sind? In ihrem Auftrag befragte das EMNID-Institut über 1400 Männer und Frauen. Die Auswertung zeigte, dass die meisten Männer und Frauen weitgehend mit ihrem Aussehen zufrieden sind. Allerdings leidet jede vierte Frau unter den gesellschaftlichen Ansprüchen, hübsch und schlank sein zu müssen. Dieser Leidensdruck ist bei den Männern weniger verbreitet (18%).

Gemeinsam ist Frauen und Männern, dass sie der äußeren Erscheinung, wie Figur und Gewicht, viel Aufmerksamkeit widmen. Frauen orientieren sich bei Schönheit und Schlankheit stärker als Männer an ihrem sozialen Umfeld (Partner, Freundes- und Bekanntenkreis) und an Darstellungen in den Medien. Der Vergleich zwischen dem eigenen Körper mit Normal- oder Übergewicht und den untergewichtigen, superschlanken Models führt dazu, dass Frauen eher als Männer unzufrieden mit ihrer Figur und ihrem Gewicht sind. Sie betrachten ihren Körper eher als Gegner, kontrollieren häufiger ihr Gewicht und versuchen öfter, ihr Gewicht zu reduzieren - bis hin zu Essstörungen und Magersucht. Kluge und Sonnenmoser raten vor allem Frauen, zu ihrem individuellen Aussehen eine positivere Haltung zu entwickeln. Der gesellschaftliche Druck könnte gemindert werden, wenn in den Medien und auf den Laufstegen genauso viele durchschnittlich aussehende, normalgewichtige wie über- oder untergewichtige Frauen und Männer zu sehen wären.

Die einzelnen Ergebnisse der Untersuchung können auch auf der Homepage der Forschungsstelle unter http://fss.uni-landau.de eingesehen und abgerufen werden.

Kontakt:
Tel.: 06341/ 96 29 49 oder E-Mail: fsus@uni-landau.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Bernd Hegen | idw

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