Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sportler extrem Mykosen gefährdet

30.08.2000


Fuß- und Nagelpilze bei sportschuhtragenden Sportlern überproportional häufig verbreitet

Eine Tinea pedis (Fußpilz; ist er im Zwischenzehbereich lokalisiert, spricht man von der Tinea pedis interdigitalis) und die möglicherweise daraus hervorgehende Onychomykose (Nagelpilz) sind unter Sportlern weit verbreitet.
Sportschuhtragende Sportler sind möglicherweise besonders gefährdet. Sie tragen enganliegendes sportives Schuhwerk, das oft den Gas- und Flüssigkeitsaustausch zwischen dem Fuß und der Umgebung behindert. Da es während des Sports fast zwangsläufig im Fußbereich zu Stauch-, Press- und Reibbewegungen kommt, die zu "Miniläsionen" der Haut führen, haben die überall vorkommenden Pilze eine ideale Möglichkeit, die Schutzbarriere der Haut zu durchdringen und sich in ihr -sehr zum Leidwesen des Sportlers- zu entwickeln und auszubreiten. Gefördert wird dieser Effekt noch durch die Tatsache, dass den Sportschuhen oft nicht die Gelegenheit gegeben wird, entsprechend wieder auszutrocknen. Dadurch können sich die Pilze auch im Schuh festsetzen und von hier ausgehend den Fuß des Sportlers befallen oder erneut infizieren.

Zwischen 1998 und 2000 führte Dr. H. Ulbricht, Teamleader Dermatika und Leiter des Nagel Batrafena Teams von AVENTIS an der Universität Köln, der Fachhochschule Fulda und anläßlich des Brüder-Grimm Laufs (82 km 5 Etappen-Lauf) im Main-Kinzig Kreis annähernd 300 Untersuchungen an Füßen und Schuhen von Sportlern durch.

Zielsetzung der in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftler Jan Ries, Hochschulsportkoordinator an der FH Fulda, gemachten Untersuchungen war es abzuklären, ob Sportler überproportional häufig an einer Tinea pedis oder gar an einer Onychomykose leiden und möglicherweise Zusammenhänge zwischen Sportschuh, sportspezifischen Belastungsformen und auftretenden Pilzerkrankungen herzustellen. Sportler reaktiver Sportarten (Tennis, Squash, Badminton, usw.) und durch enges Schuhwerk (Reibungsklettern, Skifahren, Ballett, etc.) "gequälte" Sportler leiden, wie Fuß- und Handballer (Schädigung der Nagelplatten durch "Fremdeinwirkung"), so die Erkenntnisse der sportwissenschaftlichen Erhebung, überpropotional häufig an Pilzerkrankungen (auch der) Füße.

Nach Blickdiagnose konnten maximale "Durchseuchungsraten" bei Tinea pedis von 85% verzeichnet werden. Bis zu 30 % der betroffenen Sportler wiesen das wesentlich schwerwiegendere Krankheitsbild der Onychomykose auf. Da keine der genannten Pilzerkrankungen von alleine, ohne den Einsatz medikamentöser Mittel abheilt, ist für eine rasche Sanierung des "Pilzfußes" die Anwendung eines Antipilzmittels angebracht. Präventiv sollten alle Sportler neben einer fachgerechten Fußpflege (Pediküre) auf adäquates Schuhwerk (ohne Druck- und Scheuerstellen), kochfeste Socken (Mindestwaschtemperatur jedoch 60°C) achten. Nach dem Duschen in den eigenen Badeschlappen (regelmäßig reinigen!) müssen die Füße gewissenhaft gerade im Zehenzwischenraum getrocknet werden.

Die Untersuchungsergebnisse stellen in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Schritt in der Ursachenforschung des betreffenden Krankheitsbildes dar. Die formulierten Präventionsempfehlungen, so Jan Ries, werden Sporttreibenden eine große Hilfe sein.
Weitere Informationen unter: "http://www.infoline-nagelpilz.de"

Ralf Thaetner |

Weitere Berichte zu: Onychomykose Pilzerkrankungen Sportschuh Tinea

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie