Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Lehr- und Lernformen beim Fremdsprachenerwerb

25.08.2000


Sprachen lehren und lernen ist heutzutage vielschichtig und zeitaufwendig. Unser heutiges Verständnis von Sprache als interkulturellem Kommunikationsmittel setzt den Anspruch an das Lehren und Lernen von Fremdsprachen wesentlich höher als noch vor einigen Jahrzehnten: Im Vordergrund stehen nicht mehr nur das Erwerben eines Wortschatzinventars und grammatischer Strukturen, sondern vielmehr das Sprach- und Kulturbewusstsein, kurz: die interkulturelle Kompetenz. Am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Frankfurt/M., wird an einem Projekt gearbeitet, das sich mit dem Zusammenspiel von Selbstlernphasen und angeleitetem Lernen in der Gruppe beschäftigt, und - das ist neu - dabei den Schwerpunkt auf "seltener gelernte Sprachen" legt.
Unter "seltener gelernten Sprachen", im Fachjargon auch als sgS bezeichnet, versteht man Sprachen wie z.B. Finnisch oder Schwedisch, Tschechisch oder Polnisch. Um die sprachliche und kulturelle Vielfalt in einem zusammenwachsenden Europa zu erhalten, fordern und unterstützen Europarat und Europäische Union die Pflege und Verbreitung dieser Sprachen. Ein Ziel, dem jedoch nur Rechnung getragen werden kann, wenn das bislang unzureichende Lernangebot für diese Sprachen erweitert und neu organisiert wird, Lehrende fortgebildet und Lernanreize für Lernende geschaffen werden.


Die bisherige Lernorganisation als zumeist extensiver Unterricht in der Gruppe kann den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Es müssen neue Lehr- und Lernziele definiert sowie zeitlich und örtlich flexible Lernformen und neue Lernorganisationen erarbeitet werden. Auch die Vermittlung interkultureller Kompetenz erfordert einen anderen Umgang mit Lehr- und Lernmaterialien: Authentische Materialien müssen selbstgesteuert eingesetzt werden können, die Kommunikation in der Zielsprache sollte so lebensnah wie möglich sein und auch der Grad an Individualisierung muss höher sein.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte DIE-Projekt VESUF "Verbund Selbstlernen und Fremdsprachenuntericht" will in seiner zweiährigen Laufzeit den Lehrenden dieser seltener gelernten Sprachen die Möglichkeit bieten, zielgruppenspezifische (Selbst)Lernmaterialien zu erstellen. Damit soll es den Lernenden ermöglicht werden, in einem angemessenen Zeitrahmen ein operatives Sprachniveau zu erreichen. Eine entscheidende Rolle werden dabei moderne Informations- und Kommunikationstechnologien wie computergestützte Lernprogramme, Internet und E-Mail spielen.

Weitere Informationen: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Planung und Entwicklung, Christina Lang-Melcher, Hansallee 150, 60320 Frankfurt/M, Fon 069/95626-148, Fax 069/95626-174, E-Mail lang-melcher@die-frankfurt.de.

  M.A. Christine Schumann |

Weitere Berichte zu: Fremdsprachenerwerb Lernmaterial Lernorganisation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Fake News finden und bekämpfen
17.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie