Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Programmorientierte Förderung nimmt Konturen an

23.11.2000


In diesen Monaten vollzieht die Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren tief greifende Änderungen ihrer Struktur. Ziel ist eine stärker an wissenschaftlichen Inhalten und Programmen orientierte
Förderung. Dabei kommt dem Wettbewerb eine noch höhere Bedeutung zu.

Auf der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 22. und 23. November 2000 in München empfahl der Helmholtz-Senat - das externe Beratungsgremium der Wissenschaftsorganisation - der Helmholtz-Gemeinschaft, den Übergang zur Steuerung der Budgets über Forschungsprogramme zu vollziehen.

Die Konzeption der neuen Helmholtz-Gemeinschaft, die mit einer stärkeren Programmorientierung ihre Leistungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Sinne einer verantwortungsvollen Zukunftsgestaltung transparenter macht, fand auf der Jahrestagung breite Zustimmung. Mit großem Beifall wurden die Ausführungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum deutschen Wissenschaftssystem aufgenommen. Seine Festrede widmete der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Dr. Winfried Schulze der "Begründung von Schwerpunktsetzungen im Forschungsprozess".

Der Vorsitzende der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Detlev Ganten, zeigte sich optimistisch, dass der Wissenschaftsrat, der die Ergebnisse der in diesem Jahr vorgenommenen Systemevaluation der Helmholtz-Gemeinschaft im Januar 2001 verabschieden will, die geplanten Veränderungen ebenfalls positiv sehen wird: "Wir sind zuversichtlich, dass der Wissenschaftsrat unsere Vorstellungen unterstützen und uns damit zeigen wird, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte er.

Im Zuge der programmorientierten Steuerung obliegt es den Regierungen von Bund und Ländern, den forschungspolitischen Rahmen vorzugeben. Die Helmholtz-Zentren entwickeln die wissenschaftlichen Inhalte. Der Senat prüft die wissenschaftliche Qualität und entscheidet im Wettbewerb. So erhalten die Forscherinnen und Forscher schließlich einen verlässlichen Rahmen, um ihre Vorstellungen in wissenschaftlicher Freiheit umzusetzen. "Dieser Prozess wird und muss auf dem Dialog zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aufbauen", erklärte Ganten. Auf dieser Basis können die Forschungsaufgaben mit Freude und Neugier angegangen werden. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg wissenschaftlicher Tätigkeit und damit auch für einen effektiven Wissenstransfer ist somit gegeben.

Von den sechs Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft - Gesundheit, Energie, Umwelt- und Geoforschung, Weltraum und Verkehr, Struktur der Materie sowie Schlüsseltechnologien - wird der Gesundheitsforschung eine Pilotfunktion zukommen. Es besteht Konsens, bei ihr als erstem Bereich die programmorientierte Förderung zu realisieren. Unverzichtbare Voraussetzung der geplanten programmorientierten Förderung und des dadurch erzeugten größeren Wettbewerbs - darin sind sich alle Beteiligten einig - ist mehr Flexibilität in den Rahmenbedingungen. Budgetierung, Wegfall der verbindlichen Stellenpläne und Übertragbarkeit der Mittel aus einem Jahr ins andere sind hier die Stichworte. Der Vorsitzende der Helmholtz-Gemeinschaft hob hervor: "Wissenschaftlicher Wettbewerb kann nur unter flexiblen Rahmenbedingungen effektiv und erfolgreich durchgeführt werden".

Bei aller Dynamik der bevorstehenden Veränderungen wird das, was die Helmholtz-Gemeinschaft seit ihrer Gründung vor 30 Jahren ausmacht, Bestand haben: "Internationalität und Weltoffenheit, eine starke Grundlagenforschung, Anwendungsbezug und Wissenstransfer, Kooperation mit Hochschulen in Forschung und Ausbildung hervorragenden Nachwuchses für unser Land, bleiben die Stärken unserer Gemeinschaft", betonte Ganten. Durch die konsequente Profilierung einer neuen Helmholtz-Gemeinschaft werde ein essenzieller Beitrag zur Reform des gesamten deutschen Wissenschaftssystems geleistet.


Cordula Tegen
Pressereferat der Helmholtz-Gemeinschaft
Bonn, den 23. November 2000
Telefon: 0228/30818-21, Telefax: 0228/30818-40
Internet: http://www.helmholtz.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Cordula Tegen | idw

Weitere Berichte zu: Kontur Wissenschaftsrat Wissenstransfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie