Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Gesundheit, Stress und Alter"

06.10.2000


Das Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik (FPP), eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Trier seit 1994, präsentierte kürzlich am "Tag der Region" in Trier das Projekt
"Gesundheit, Stress und Alter" und bietet Interessierten an, an der Studie teilzunehmen.

Am Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik (FPP) in Trier wird diese Methode zur Zeit in einer größeren Studie eingesetzt. In diesem Projekt "Gesundheit, Stress und Alter", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird und bei dem der erste von insgesamt drei Untersuchungsabschnitten seit Sommer dieses Jahres läuft, steht bei der momentanen Erhebung das Stresshormon Cortisol im Vordergrund. Über eine Woche sammeln die Versuchsteilnehmer zu fünf Zeitpunkten am Tag "ihre Daten" und erhalten somit ihr persönliches "Cortisolprofil". Das Verfahren ist denkbar einfach und im Gegensatz zu den sonst dafür notwendigen Blutabnahmen von den Teilnehmern überall durchführbar. Mit Hilfe einer so genannten Salivette, einem Watteröllchen in einem Plastikröhrchen, wird Speichel gesammelt. Das Watteröllchen wird dafür lediglich für etwa eine Minute in den Mund gelegt. Später im Labor wird die Watte zentrifugiert und im Speichel das Hormon Cortisol bestimmt. Ergebnisse aus langjähriger Forschung der FPP-Arbeitsgruppe auf diesem Gebiet haben gezeigt, dass das Cortisoltagesprofil (vier Messungen nach dem Aufwachen und eine Messung abends) ein zuverlässiger Indikator für die physiologische Stressreaktion ist. Bei dauerhaftem ("chronischem") Stress kann es bei einem Teil der Bevölkerung nun entweder zu einem erhöhten Cortisoltagesprofil (Hypercortisolismus) oder zu einem erniedrigten Cortisoltagesprofil (Hypocortisolismus) kommen. Experten schätzen, dass der Anteil beider Gruppen bei je etwa 20 Prozent der chronisch Gestressten liegt. In neuen Studien haben die Wissenschaftler Hinweise erhalten, dass je nach Zugehörigkeit zu einer der beiden Extremgruppen verstärkt bestimmte Beschwerden und Erkrankungen auftreten. So finden sich in der "Hypercortisolismus" Gruppe verstärkt Personen mit Störungen des Fettstoffwechsels und des Herz-Kreislauf-Systems, während in der "Hypocortisolismus" Gruppe verstärkt Erschöpfungs- und Schmerzsymptome zu beobachten sind.

Diesen Hinweisen wird nun in der Studie "Gesundheit, Stress und Alter" genauer nachgegangen: Im ersten Untersuchungsabschnitt werden Cortisoltagesprofile der Untersuchungsteilnehmer erhoben. Von den ursprünglich 300 Teilnehmern werden in einem zweiten Untersuchungsabschnitt 80 Personen über den Zeitraum von einem Jahr genauer psychologisch und medizinisch untersucht. Alle drei Monate findet hierzu ein Termin im Forschungszentrum statt, bei dem unterschiedliche Testverfahren zur Anwendung kommen.

Interessierte können sich noch beim Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik der Universität Trier unter Telefonnummer (06 51) 9 75 04-32 oder
-46 zum ersten Untersuchungsabschnitt melden. Die Teilnehmer erhalten ihre Messwerte und es wird eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme gezahlt.

PRESSEMITTEILUNG - UNIVERSITÄT TRIER
Herausgegeben von der Pressestelle
Redaktion: Heidi Neyses
54286 Trier
Telefon: 06 51/2 01-42 39
Fax: 06 51/2 01-42 47

Heidi Neyses | idw

Weitere Berichte zu: Psychosomatik Stress Untersuchungsabschnitt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics