Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gelsenkirchen wurde Standort einer medizinischen Technologieschmiede

28.11.2000


Prof. Dr. Rainer Seibel (l,) und Prof. Dr.

Werner Neddermeyer wollen mit Hilfe modernster Bildcomputer die

Medizintechnik im nördlichen und westlichen Ruhrgebiet voran

treiben. Foto: FHG/BL, Abdruck

honorarfrei


Die Fachhochschule Gelsenkirchen hat gemeinsam mit dem Mülheimer Radiologie-Institut der Universität Witten-Herdecke eine Firma gegründet, die mit neuen Operationstechniken Kosten senken und die Patientenbetreuung
verbessern will: Sitz an der Werftstraße in Gelsenkirchen, von dort aus Förderung der Medizintechnik im nördlichen und westlichen Ruhrgebiet sowie in NRW insgesamt. Vom Land gefördert mit 19 Millionen Mark.

Gelsenkirchen/Mülheim. Sie heißt "TecMedic" und der Name ist Programm: Neue Techniken in der medizinischen Operations-technik wollen die Fachhochschule Gelsenkirchen, vertreten durch Prof. Dr. Werner Neddermeyer, und das Mülheimer Radiologie-Institut der Universität Witten-Herdecke, vertreten durch Prof. Dr. Rainer Seibel, mit dem neuen Unternehmen an der Gelsenkirchener Werftstraße voran treiben. Dabei sollen vor allem Computer die Regie führen: Mit ihrer Hilfe und der von ihnen produzierten Bilder vom Inneren des Patienten wollen die beiden Professoren schwierige Operationen revolutionieren und gleichzeitig die Behandlungskosten senken.
Und das geht so: Diagnostische Maschinen wie der Kernspintomograph oder der Computertomograph werden zusammen mit Hochgeschwindigkeitsrechnern zu Systemen weiter entwickelt, die während der Operation kontinuierlich dreidimensionale Bilder vom Operationsgeschehen liefern. Zusätzlich werden Roboter in das System eingefügt, die nach und nach die manuelle Arbeit des Operateurs übernehmen. Vorteil: Während die Hand des Chirurgen maximal ein Zehntel Millimeter genau arbeiten kann, führt der Roboter das Messer oder das Operationsbesteck zehn- bis hundertfach exakter. Die höhere Präzision mache komplizierte Operationen am Hirn des Menschen oder an seinem Rückenmark sicherer, für den Patienten verträglicher und senke außerdem die Dauer des nötigen Krankenhausaufenthalts. Unterm Strich, so Seibel, sei das besser für den Patienten und senke die Krankenbehandlungskosten. Seibel: "Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass auch in Zukunft hochqualitative Medizin für alle verfügbar ist und nicht nur für die, die zuzahlen können."
Mit Neddermeyer als Professor für Computertechnik und dem Medizinprofessor Seibel verfügt die neue Firma nicht nur fachlich über Experten. Beide haben außerdem bereits Erfahrung als Geschäftsführer und Unternehmer. Zusätzlich kann das Unternehmen auf bereits drei Jahre gemeinsame Forschungserfahrung mit der "Harvard Medical School" im US-amerikanischen Boston aufbauen. Die Pläne von Seibel und Neddermeyer erschienen dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr jedenfalls so viel versprechend, dass Minister Ernst Schwanhold das neue Unternehmen im Rah-men der Wirtschaftsförderung mit 19 Millionen Mark unterstützt. Davon, so die Professoren, wird bis zum Ende des Jahres 2001 und damit bis zum Ende der Förderfrist zum größeren Teil in teures Gerät investiert.
Außerdem werden die Menschen bezahlt, die das Unternehmen Tecmedic auf den Weg bringen sollen. Mit dem Start haben die Geschäftsführer Seibel und Neddermeyer nämlich auch gleich rund 15 Mitarbeiter eingestellt, vor allem Ingenieure und Ingenieurinnen der Medizintechnik und der Informationstechnologie, die auf Tuchfühlung mit Forschung und Entwicklung der beteiligten Hochschulen arbeiten. Das bietet zusätzlich die Möglichkeit, Diplomstudenten und Doktoranden in die Entwicklungsarbeit einzubeziehen. Gleichzeitig soll die Verzahnung dafür sorgen, dass sich aus der Tecmedic-Keimzelle weitere Neugründungen und Ansiedlungen von Medizintechnikunternehmen ergeben. Seibel und Neddermeyer sind sich einig: "Wir wollen das nördliche und westliche Ruhrgebiet und darüber hinaus das Land Nordhrein-Westfalen zu einer Schwerpunktregion für innovative Medizintechnik und ihre wirtschaftliche Nutzung machen."

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Werner Neddermeyer, Fachbereich Informatik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-420 oder 9596-483 (Dekanatssekretari-at), Telefax (0209) 9596-838,
E-Mail werner.neddermeyer@informatik.fh-gelsenkirchen.de
Prof. Dr. Rainer Seibel, Mülheimer Radiologie-Institut der Universität Witten-Herdecke, Telefon (0208) 305-2602, Telefax (0208) 305-2600,
E-Mail seibel@mri.de

Dr. Barbara Laaser (Pressestelle) | idw

Weitere Berichte zu: Medizintechnik Ruhrgebiet Technologieschmiede

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher finden neue Ansätze gegen Wirkstoffresistenzen in der Tumortherapie

15.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Care-O-bot® 4 macht sich selbstständig

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik