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Top Ten der Zukunftstechnologien - Forscher die unsere Welt verändern

08.01.2003


Prof. Dr.-Ing. Rolf Isermann, TU Darmstadt


Die "Top Ten" der Zukunftstechnologien - aus Deutschland ist TUD-Professor Rolf Isermann dabei


MIT Technology Review präsentiert zehn Forscher, die unsere Welt verändern

"Technology Review", die Zeitschrift des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), stellt in ihrer Februarausgabe (Auslieferung heute, 8. Januar 2003) zehn Wissenschaftler vor, deren Forschungen zu neuen Technologien die gesamte Lebens- und Arbeitswelt der Menschen nachhaltig verändern werden. Unter diesen "Top Ten" ist als einziger deutscher Wissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Rolf Isermann vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt. Die Zeitschrift hat ihn ausgewählt als weltweit besten Repräsentanten für den hochinnovativen Bereich der Mechatronik, der Wissenschaft von der Integration mechanischer und elektronischer Systeme. Im Mittelpunkt der Forschungen in Darmstadt stehen mechatronische Systeme, die einen Teil des Maschinenbaus und die gesamte Fahrzeugtechnik revolutionieren werden.


"80 bis 90 Prozent der Innovationen rund um Maschinen und Autos gehen heute auf mechatronische und elektronische Erfindungen zurück", konstatiert das MIT-Journal. Das mache unser Leben zugleich in hohem Maße abhängig vom fehlerfreien Funktionieren dieser Systeme. Hier habe Prof. Isermann seine besonderen Verdienste in der Entwicklung und Anwendung von Software-Systemen, die Defekte in mechatronischen Systemen in Echtzeit identifizierten und damit Korrekturen ermöglichten, die den störungsfreien Betrieb garantierten.

Bei der Auswahl der wichtigsten zehn Zukunftstechnologien ging es den Herausgebern nicht um modische Highlights, sondern um Forschungen und Entwicklungen, die unser Leben von der Wirtschaft über die Medizin, den Verkehr und die Energieversorgung bis zum Einsatz neuer Computersysteme in Zukunft bestimmen und verändern werden. Professor Isermann, der von 1996 bis 2002 Vizepräsident der IFAC (International Federation of Automatic Control) war, hat sich auf dem Gebiet der Mechatronik wissenschaftlich einen Namen gemacht.

Ausgangsbasis hierzu waren grundsätzliche Forschungsarbeiten auf den Gebieten der rechnergestützten theoretischen und experimentellen Modellbildung sowie der Erforschung adaptiver, also "lernender" Regelungssys-teme. Praktische Anwendungen finden diese Arbeiten auf so unterschiedlichen Gebieten wie der Kraftwerkstechnik, der Optimierung von Verbrennungsmotoren, der Regelung von Kraftfahrzeugen oder in der modellgestützten Fehlerdiagnose elektrischer und hydraulischer Antriebe. (Weitere Informationen siehe "Zur Person".)

"Gerade weil die Welt immer enger zusammenwächst, ist die globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung entscheidend abhängig von einem kontinuierlichen, breiten Strom neuer Technologien", begründet Robert Buderi, Herausgeber der "Technology Review", Auswahl und Präsentation der Top Ten. "Die Innovationen und ihre Erfinder zeigen uns den Weg zu Computerarchitekturen der Zukunft, zu alternativen Energiequellen, zu wirksameren und sicheren Medikamenten oder zu neuen und besseren Transportsystemen."

Dies ist die Liste der Technology Review:

  • Glycomics (Funktion von Glukose-Molekülen - Zucker - in biologischen Prozessen)
    Jim Paulson, Scripps Institute, California
  • Injectable Tissue Engineering (Biosubstanzen und Gewebetechnik)
    Jennifer Elisseeff, John Hopkins University
    Molecular Imaging (Molekulare Visualisierung)
    Umar Mahmood MD, PhD, Harvard MGH
  • Grid Computing (Hochverfügbare, vernetzte Computing-Systeme - "das www der Zukunft")
    Ian Foster, Argonne National Laboratory, University of Chicago, und Carl Kesslemann, University of Southern California (USC)
  • Ad hoc Wireless Networks (Ad hoc-Verknüpfung mobiler Netze)
    David Culler, Intel und University of Berkeley
  • Software Verification (Funktionalitätsüberprüfung von Software)
    Nancy Lynch und Steve Garland, Massachusetts Institute of Technology (MIT)
  • Quantum communications (Datenkommunikation auf Basis von Quanteneffekten)
    Nicholas Gisin, Universität Genf
  • Nanoimprinting (Nano-Prägeverfahren)
    Stephen Chou, University of Princeton
  • Nanosolar Energy (Nano-Solarenergie)
    Paul Alivisatos, University of Berkeley
  • Mechatronics (Mechatronik)
    Rolf Isermann, Technische Universität Darmstadt

Zur Person: Prof. Dr.Ing. Rolf Isermann
Rolf Isermann, 1938 in Stuttgart geboren, studierte an der Universität seiner Heimatstadt Maschinenbau und legte 1962 die Diplomprüfung ab. 1965 promovierte er in Stuttgart über die Mehrgrößenregelung von Kraftwerken zum Dr.-Ing. Bis zu seiner Berufung an die - damals noch - Technische Hochschule Darmstadt war er als Privatdozent und ab 1974 als Professor für Regelungstechnik an der Universität Stuttgart tätig. 1971 nahm er eine Gastprofessur an der Purdue-University (Westlafayette/USA) wahr.

An der TU Darmstadt vertritt er seit seiner Berufung 1977 im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik das Fachgebiet Regelungstechnik und Prozessautomatisierung. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind sowohl den theoretischen als auch den praktischen Aspekten der Regelungstechnik gewidmet. In der theoretischen Forschung liegt der Schwerpunkt auf der Modellbildung des dynamischen Verhaltens von Systemen, bei der Anwendung neuer Methoden in der adaptiven Regelung sowie bei der Fehlererkennung und Fehlerdiagnose technischer Anlagen. Dabei wird die Verbindung zu Fragen der Praxis durch das Aufgreifen aktueller regelungstechnischer Probleme gewährleistet, die sich auf so unterschiedliche Gebiete beziehen wie Kraftwerke, Öl- und Gas-Pipelines, Werkzeugmaschinen, Roboter, Verbrennungsmotoren, Kraftfahrzeuge und mechatronische Aktoren.

Von 1988 bis 2001 war Prof. Isermann Sprecher des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 241 "Integrierte mechanisch-elektronische Systeme (IMES)". In diesem SFB ging es um die Entwicklung von mechatronischen Systemen für Kraftfahrzeuge, Verbrennungsmotoren, hydraulische Systeme, Strömungsmaschinen, Mikroelektronik und Sensorik. 1998 folgte Rolf Isermann einer Einladung der University of California at Berkeley im Rahmen der Russell-Springer-Professorship als Gastprofessor. Von 1996 bis 2002 war er Vizepräsident der IFAC (International Federation of Automatic Control) und leitete den Technical Board, dem 45 Technical Commmitees angegliedert sind.

1989 hat die Université Libre de Bruxelles, Belgien, Prof. Isermann die Würde eines Ehrendoktors (Dr. h.c.) verliehen. 1996 hat er den Ehrendoktor (Dr. h.c.) der Technischen Universität Bukarest erhalten. 1997 verlieh ihm der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) den VDE-Ehrenring, die höchste Auszeichnung des Verbands, für seine zukunftsweisenden technisch-wissenschaftlichen Leistungen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr.-Ing. Rolf Isermann
Institut für Automatisierungstechnik
Tel. 06151/16-2114
E-mail: risermann@iat.tu-darmstadt.de

Diplom-Volkswirtin Sabine Gerbau | idw
Weitere Informationen:
http://www.technologyreview.com

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