Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Philosophische Forschung für medizinische Softwareentwicklung

07.01.2003


Das neu gegründete interdisziplinäre Forschungsinstitut IFOMIS der Universität Leipzig und die führende belgische Softwarefirma L&C vereinbaren enge Kooperation. Hierzu findet am 21. Januar, 10 Uhr, im Rektoratsgebäude der Universität Leipzig, Ritterstraße 26, 3. Etage, Raum 320, ein Pressegespräch statt.



Am 21. Januar 2003 werden Language and Computing (L&C) NV, die weltweit erfolgreichste Firma auf dem Gebiet der medizinischen Informatik, und das jüngst gegründete Institut für Formale Ontologie und Medizinische Informationswissenschaft (IFOMIS) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eine enge Kooperation auf vertraglicher Basis vereinbaren, welche zur Weiterentwicklung der Formalen Ontologie im Anwendungsbereich der Medizin beitragen soll. L&C ist in Zonnegem(Belgien) und Philadelphia (USA) ansässig und bearbeitet mithilfe computergestützter Textverarbeitung Problemlösungen in den Bereichen der Gesundheitsversorgung und des pharmazeutischen Marktes.



Als Gesprächspartner zum Pressegespräch stehen Ihnen der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Leipzig, Prof. Dr. Helmut Papp, der Direktor des Leipziger Instituts IFOMIS, Prof. Dr. Barry Smith, und Dr. Werner Ceusters, Direktor der belgischen Firma L&C, zur Verfügung.

Der Begriff der Formalen Ontologie ist mit der Aufgabe verbunden, mittels philosophischer und informationswissenschaftlicher Methoden die Flut medizinischer Informationen so zu bändigen, dass sie von einem Rechner verstanden wird. Es geht um die Entwicklung von robusten, dauerhaften Kategoriensystemen für die elektronische Datenerfassung. Die Größe und Komplexität der Aufgabe lässt sich daran ermessen - um ein Beispiel zu nennen - , dass es allein für den Begriff "Brandwunde" in der Medizin 60 000 verschiedene Termini gibt. Hat man bisher in der Datenverarbeitung zumeist die medizinischen Wörterbücher einfach "zusammengenäht", wie das Institutsdirektor Prof. Dr. Barry Smith sagt, wird jetzt eine strukturierte Erfassung des gesamten medizinischen Bereichs angestrebt. Das ermöglicht dann zum Beispiel die effiziente Verwaltung der Daten von klinischen Studien oder die Herstellung von Übersetzungssystemen, die die Kommunikation innerhalb der verschiedenen medizinischen Disziplinen verbessern, aber auch die medizinischen Inhalte für Laien zugänglich machen sollen.

Die Gründung des IFOMIS-Instituts an der Universität Leipzig wurde dadurch möglich, dass der von der Universität Leipzig nominierte, weil bereits mit Leipziger Partnern erfolgreich zusammenarbeitende Professor für Philosophie an der New York State University in Buffalo (USA) Barry Smith von der Alexander von Humboldt-Stiftung Ende 2001 mit dem Wolfgang Paul-Preis ausgezeichnet wurde, wodurch über 2 Millionen Euro für wissenschaftliche Aktivitäten auf dem beschriebenen Gebiet zur Verfügung stehen. Das Preisgeld wird durch die Alexander von Humboldt-Stiftung verwaltet und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestiftet. Das Programm steht unter der Schirmherrschaft des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes.

Mit IFOMIS ist in Leipzig das weltweit einzige Institut entstanden, das der Grundlagenforschung im Bereich der formalen und medizinischen Ontologie gewidmet ist. Sein zentrales Ziel ist die Entwicklung eines standardisierten Begriffs- und Kategoriensystems, das auf theoretisch-philosophisch durchdachten und semantisch gesicherten Prinzipien basiert und das im medizinischen Bereich getestet und angewendet wird. Mit 15 Mitarbeitern aus Philosophie, Computer- und Informationswissenschaft, Linguistik, Medizin und der medizinischen Informatik, die an der Entwicklung der Ontologie auf theoretischer Ebene arbeiten, liefert IFOMIS neue methodische Ideen. L&C hat breite Erfahrung auf dem Gebiet der Softwareentwicklung und hohen Sachverstand im medizinischen Bereich. Die Zusammenarbeit ist folglich ein Gewinn für beide Seiten.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Zusammenarbeit im Konkreten gestalten wird. Denn dass Philosophie auf diese Weise praktisch wird, ist sicher ein Novum und sollte - so hoffen wir jedenfalls - Gegenstand journalistischer Neugier werden.

Weitere Informationen: sklagges@ifomis.uni-leipzig.de

Volker Schulte | idw
Weitere Informationen:
http://ifomis.de

Weitere Berichte zu: IFOMIS L&C Ontologie Softwareentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten