Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zweiter Start von Cluster II gelungen / MPAE-Mitarbeiter sind glücklich

09.08.2000


Pünktlich auf die Sekunde

... mehr zu:
»Cluster »MPAE »Magnetosphäre »Mission »Satellit
startete heute um 13:13:35 Uhr das zweite Paar ("Rumba" und "Tango") der vier Cluster-Satelliten vom russischen "Weltraumbahnhof" Baikonur (Kasachstan). Bisher deutet alles auf einen guten Verlauf der Mission hin.

Das erste Paar der Cluster-Satelliten ("Salsa" und "Samba") war bereits am 16. Juli gestartet worden und befindet sich schon seit Tagen in den vorgesehenen Positionen in der Erdumlaufbahn. Aufgabe der vier Satelliten ist die Erforschung der irdischen Magnetosphäre. Das Satelliten-Quartett soll auf wechselnden stark elliptischen, über die Pole führenden Bahnen in Tetraeder-Formation (cluster = Gruppe, Haufen) die Erde umrunden und gleichzeitig an vier Meßpunkten Daten sammeln. Durch das gleichzeitige Messen an mehreren Raumpunkten unterscheidet sich diese Mission wesentlich von vielen früheren Missionen mit einzelnen Satelliten, da jetzt räumliche und zeitliche Eigenschaften der Magnetosphäre eindeutig voneinander unterschieden werden können. Die Erd-Magnetosphäre ist ein von Teilchen und elektrischen sowie magnetischen Feldern erfüllter Raumbereich, der unseren Planeten umgibt. Sie kommt durch die Wechselwirkung des Erdmagnetfelds mit dem Sonnenwind zustande und fängt einen großen Teil des Sonnenwindes und der Kosmischen Strahlung ab. Zur Sonne hin (Stoßfront) hat die Magnetosphäre eine Ausdehnung von ca. 14, auf der sonnenabgewandten Seite (Schweif) eine Ausdehnung bis zu 1000 Erdradien (90.000 bzw. 6,4 Millionen km). Die Tetraeder-Kantenlängen zwischen den Satelliten sollen von einigen hundert km im Bereich der Magnetosphären-Stoßfront bis zu mehreren tausend km im Bereich des weitläufigen Magnetosphärenschweifs variieren.

Der erste Versuch, eine Cluster-Satellitenflotte zu starten, war am 4. Juni 1996 fehlgeschlagen. Die Trägerrakete, eine Ariane 5, änderte damals in 3500 m Höhe - durch einen Software-Fehler - plötzlich ihre Flugrichtung; sie wurde durch die dabei auftretenden starken aerodynamischen Kräfte zerrissen und durch ihre Selbstzerstörungseinrichtung in kleine Trümmerstücke zerlegt. Einige dieser an der Absturzstelle aus dem Sumpf geborgenen Trümmer - Reste eines RAPID-Instruments - werden noch heute im MPAE aufbewahrt. Wegen der großen Bedeutung der Mission Cluster für die Erforschung der solarterrestrischen Beziehungen (zusammen mit dem 1995 gestarteten Sonnenobservatorium SOHO) entschied sich die europäische Raumfahrtagentur ESA bereits im April 1997 für eine komplette Neuauflage. Die Missionsdauer soll mindestens zwei Jahre betragen.

Am Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau entstand unter der Leitung von Dr. Berend Wilken das Instrument RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors), ein kombiniertes Flugzeit-/Energiespektrometer für neutrale Atome, Ionen und Elektronen. Hardware lieferte das MPAE auch für das französische Instrument CIS (Cluster Ion Spectrometry), ein weiteres Teilchen-Meßgerät. "Nach den vielen Jahren der Arbeit, der Enttäuschungen und der Spannung bin ich jetzt sehr erleichtert", meinte Dr. Wilken eine Stunde nach dem Start.

Nähere Informationen erhalten Sie von:
Dr. Berend Wilken (Telefon 05556 /979 431, E-Mail wilken@linmpi.mpg.de) (Sekretariat Frau Güttler, Telefon 05556 / 979 432);
Dr. Axel Korth (Telefon 05556 / 979 430, E-Mail korth@linmpi.mpg.de) (Sekretariat Frau Schrader, Telefon 05556 / 979 297).
Dr. Patrick W. Daly, Telefon 05556 / 979 279.
Dr. Urs Mall, Telefon 05556 / 979 152.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Bernd Wöbke |

Weitere Berichte zu: Cluster MPAE Magnetosphäre Mission Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

nachricht Neue Methode: Forschern gelingt es, wichtige RNA-Modifikation direkt zu markieren und aufzuspüren
30.04.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics