Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-Australische Zusammenarbeit in der Meeresforschung

11.12.2002


Ein dreitägiger Besuch des deutschen Meeresforschungsschiffs "Die Sonne" in Sydney unterstreicht die Bedeutung, die die deutsche Seite einer Zusammenarbeit mit australischen Wissenschaftlern in für beide Seiten wichtigen Forschungsprojekten beimißt


"Die Sonne", die seit 1992 nicht mehr in Deutschland war, arbeitet ununterbrochen in den südlichen tropischen und gemäßigten Gewässern, während die Besatzungsmitglieder und Gruppen der Gastwissenschaftler zwischen Deutschland und dem Schiff wechseln.

"Die Sonne" ist für einen ganztägigen Workshop an der University of New South Wales (UNSW) nach Sydney gekommen, mit dem Ziel die 28-jährige wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Australien und Deutschland weiter zu stärken und um gemeinsam Prioritäten für die Forschungsarbeit der kommenden Jahre festzulegen.


"Der Workshop bestimmte Marinebiologie und Geologie sowie den globalen Klimawandel als Bereiche von größtem Interesse nicht nur für Australien und Deutschland sondern für jede Nation, besonders jetzt, da Klimaforscher gemeinhin darin übereinstimmen, dass der Schlüssel für den globalen Klimawandel in den Meeren liegt," so Ditta Bartels, Direktorin von International Research Programs an der UNSW und nun Mitglied eines 6-köpfigen Arbeitskreises, der aus dem Workshop hervorging, um Forschungsprojekte zu koordinieren und deren Finanzierung zu organisieren.

Während eines Treffens an Bord der "Sonne" am gestrigen Montag demonstrierte Dr. Matthew England, Ozeanograph am Fachbereich Mathematik der UNSW, die Stärken von Ozeanmodellen mit einer Simulation der Ausbreitung radioaktiven Materials vom Mururoa Atoll im Fall eines Kollabieren des Atolls aufgrund seismischer Schäden durch Atomtests. Die Simulation zeigte, wie die Radioaktivität bis an die Küsten Neuguineas und Queenslands getragen werden würde.

Professor Kaj Hoernle, von Geomar in Kiel machte detaillierte Ausführungen über das Meeresbohrungs- und Bodenproben-Programm, welches die "Sonne" gerade am Hikurangi Plateau, angrenzend an die Ostküste der Südinsel Neuseelands, durchgeführt hatte. Er sagte, dass bisher sehr wenig über diese beträchtlichen Unterwasserabflüsse von Lava bekannt war. Über 3,5 Millionen Kubikkilometer Lava sind innerhalb der geologisch sehr kurzen Zeit von ein bis zwei Millionen Jahren auf den Meeresboden geflossen. Ein Ziel der Forschungen war es zu ergründen, ob dieser Lavaabfluss zum Zerbrechen von Gondwanaland vor über 130 Millionen Jahren beigetragen hatte, oder ob er eine Folge des Zerbrechens war.

Die Instrumente an Bord der "Sonne" ermöglichen Bohrungen, die Entnahme und das Filmen des Meeresbodens bis zu einer Tiefe von acht Kilometern, sowie die Entnahme von Meerwasserproben, Temperaturmessungen und weitere Analysen.

Die weiteren Mitglieder des Arbeitskreises sind:
Dr. Hans Stähle - Internationales Büro des BMBF
Reinhard Ollig - verantwortlich für Geologie, Meereswissenschaften, Antarktisforschung
Professor John Benzie - Director Centre for Marine and Coastal Studies, UNSW
Professor Kurt Lambeck - Australian National University und Foreign Secretary of the Australian Academy of Science


Weitere Informationen:
Dr. Ditta Bartels:
E-Mail: d.bartels@unsw.edu.a

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

Weitere Berichte zu: Deutsch-Australisch Meeresboden Simulation UNSW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften