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Lübeck wird Zentrum für die genetische Forschung bei Herz-Kreislauferkrankungen

02.04.2001


Förderung mit voraussichtlich 6,6 Millionen Mark im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes

Lübeck wird bundesweites Forschungszentrum für die Ursachen angeborener Herzmissbildungen und der Herzmuskelschwäche. Die entsprechende Forschungsinitiative von Wissenschaftlern der Medizinischen Universität zu Lübeck wird mit voraussichtlich 6,6 Millionen Mark unterstützt.
Die Finanzierung des Lübecker Projekts erfolgt im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Nationalen Genomforschungsnetzes. Die jetzt entschiedene Förderung stellt eine hohe Anerkennung der Lübecker Forschungsansätze auf diesem außerordentlich bedeutsamen medizinischen Gebiet dar.
Durch die wissenschaftliche Arbeit sollen nicht nur die Ursachen dieser Erkrankungen erkannt werden, sondern auch neue Behandlungsansätze entwickelt werden können. Die Leitung der Lübecker Forschungsinitiative liegt bei Prof. Dr. med. Hugo A. Katus, Direktor der Medizinischen Klinik II (Kardiologie), und Prof. Dr. med. Eberhard Schwinger, Direktor des Instituts für Humangenetik der Medizinischen Universität zu Lübeck. An der genetischen Erforschung der Herz-Kreislauferkrankungen beteiligen sich außerdem die Kliniken für Neurologie und für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Lübeck sowie das Forschungszentrum Borstel.
Im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Nationalen Genomforschungsnetzes erhalten die beiden Universitätsklinika Lübeck und Kiel erhebliche Förderbeträge in Höhe von insgesamt über 16 Millionen Mark. Mit dem Nationalen Genomforschungsnetz gelangt Deutschland an die Spitze bei der öffentlichen Förderung der systematischen Funktionsanalyse der Gene und der Anwendung der Forschungsergebnisse zur Bekämpfung von Erkrankungen. Eine internationale Jury hatte im Auftrag des Bundesforschungsministeriums über die Verteilung der 350 Millionen Mark entschieden, die in den kommenden drei Jahren für den Aufbau des Genomforschungsnetzes aus UMTS-Mitteln zur Verfügung stehen.
An diesen Genomnetzen sind neben Forschungseinrichtungen auch 16 Universitäten beteiligt. Sie erhalten fast die Hälfte der finanziellen Mittel. Darüber hinaus werden ethische, soziale und rechtliche Fragestellungen in das Genomforschungsnetz integriert. Für die Steuerung des komplex organisierten Zukunftsprogramms "Nationales Genomforschungsnetz" wird das Bundesbildungsministerium ein hochrangiges Gremium berufen, das alle Forschungsaktivitäten des Nationalen Genomforschungsnetzes lenken soll. Diesem Gremium werden Persönlichkeiten aus der Industrieforschung und aus der akademischen Forschung angehören.
Das Nationale Genomforschungsnetz wird zusammen mit dem von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Aktionsprogramm Lebenswissenschaften die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf einem der wichtigsten Zukunftsfelder in der Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltig stärken.

Rüdiger Labahn | idw

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