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Wissenschaftsrat öffnet die Tür für eine Neubewertung der ESS

19.11.2002


Für das ESS-Council, die am Projekt beteiligten europäischen Partner und die regionalen Bewerber um den Bau der ESS ist die Bewertung durch den Wissenschaftsrat ein Signal zum Neuaufbruch.



„Wir sind zwar enttäuscht“, sagt ESS-Chairman Peter Tindemans, „dass unsere umfassende Stellungnahme vom 23. Oktober 2002 vom Wissenschaftsrat bei der Entscheidung nicht berücksichtigt wurde. Aber dank des großen Zuspruchs unserer Partner und unter Einbeziehung der vom Wissenschaftsrat genannten Kriterien sind wir sicher, dass wir nach den gewonnenen Erkenntnissen den Entscheidungsprozess sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene schnell und entschlossen vorantreiben werden.“ Die wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Forschung mit Neutronen werde sich in der öffentlichen und politischen Meinungsbildung, zu der nunmehr der Auftakt gegeben sei, durchsetzen, ist sich Tindemans sicher.

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Die Länder Sachsen/Sachsen-Anhalt sowie Nordrhein-Westfalen halten unverändert an ihrem Vorhaben fest, sich für die Realisierung der ESS zu engagieren. Schon recht bald wollen die Länder zusammen mit der ESS ihre Projektunterlagen entsprechend dem Votum des Wissenschaftsrates nachbessern und einen formellen Antrag an den Bund zur Realisierung der europäischen Neutronenquelle stellen. Neben Leipzig/Halle und Jülich kämpfen zudem Standorte in England und Schweden um den Zuschlag zum Bau der 1,4 Mrd € teuren Großforschungsanlage.

Auch auf europäischer Ebene wird das ESS-Projekt konsequent vorangetrieben. Die auf Initiative von EU-Kommissar Busquin eingesetzte Arbeitsgruppe „The European Strategy Forum on Research Infrastructures“ (ESFRI) wird bereits Anfang 2003 eine Effizienzanalyse der ESS vorlegen und damit die Basis für einen europäischen Weg schaffen.

Großen Zuspruch erhält das ESS-Projekt weltweit aus der Wissenschaft. Selten zuvor haben sich Wissenschaftler aller Coleur öffentlich dafür eingesetzt, die Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Neutronenforschung und ihre herausragende Bedeutung für die Erforschung praktisch aller Disziplinen der kondensierten Materie deutlich zu machen. Gleichzeitig warnten sie angesichts der Milliardeninvestitionen in den USA und Japan davor, dass Europa seine bisherige weltweite Vormachtstellung verlieren werde.

Gisela Tindler-Nowak | ESS

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